netzeitung.de«Apple TV» fällt bei Testern durch

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Lupe «Apple TV» fällt bei Testern durch

Wer den neuen Fernseh-Decoder aus dem Hause Apple haben will, könnte enttäuscht werden: Tester halten das Gerät mit dem eleganten Design für einen «Stromfresser» mit ungenutztem Potenzial.

Seit Ende März können Apple-Fans digitale Inhalte aus dem Programm iTunes – also Fotos, Podcasts, Lieder bis hin zu Videos – von ihrem Rechner auf den Fernseher im Wohnzimmer schicken: Die neue Set-Top-Box Apple TV macht es möglich. Tester von Golem.de zeigten sich von dem neuen Produkt, das Apple-Chef Steve Jobs im Januar vorgestellt hatte, allerdings nicht überzeugt.

Hauptkritikpunkt: der Stromverbrauch. Die Tester vermissten einen Ein- und Ausschaltknopf. Damit ist das Gerät immer aktiv, wie Golem.de bemängelt. Zwar biete Apple TV «eine Art Schlummermodus», doch auch dann verbrauche die Set-Top-Box nur geringfügig weniger als im regulären Betrieb. Ein «Stromfresser» sei das Gerät, rügt Golem.de. Bleibt nur das Ziehen des Steckers, was die Tester für «nicht eines Design-Preises würdig» erachten.

Keine direkte Anbindung an iTunes
Kritisiert wurde zudem, dass sich Apple TV nicht direkt an iTunes anbinden lasse. Wer Musik oder Filme kaufen will, müsse das weiterhin an seinem Mac oder PC machen. Allerdings kann die 40-Gigabyte-Festplatte des Geräts zur teilweisen oder vollständigen Synchronisierung mit den iTunes-Rechnern genutzt werden, um diese zwischendurch auch mal ausschalten zu können. Fotos müssen ohnehin zuerst auf die interne Festplatte des Apple TV kopiert werden.

Kritik übten die Tester zudem an der Bedienung des Geräts. Zwar sei die Menüführung einfach, doch als ärgerlich empfanden sie, dass beim Wechsel des Quellrechners die synchronisierten Daten der einen Bibliothek auf dem Apple TV gelöscht werden, um durch die Dateien der auf dem anderen Rechner liegenden Bibliothek ersetzt zu werden. Ferner kann nicht per Fernbedienung die Lautstärke verändert werden.

«Angenehm leise»
Als weiteres Manko machten die Tester mangelnde Software aus. Nicht unterstützte Dateiformate würden nicht konvertiert, stattdessen erhalte der Nutzer die lapidare Meldung, dass eine Datei nicht kompatibel sei. Der Käufer müsse die nötige Software selbst organisieren, um seine Multimedia-Sammlung zum Apple TV kompatibel zu machen. Problematisch dabei: Das Betriebssystem verweigere sich allen Fremd-Codecs.

Immerhin: Positiv hoben die Tester das «elegante und kompakte Design» hervor. Auch die Bild- und Tonqualität sei in Ordnung. «Es gibt keine Ruckler», lautet hier das Fazit. Zudem sei das Betriebsgeräusch «angenehm leise». Abschließend blicken die Tester optimistisch in die Zukunft des Geräts: Ein Teil der Probleme sei lediglich auf den aktuellen Stand der Apple-TV-Software zurückzuführen. Es dürfte sich also noch einiges verbessern lassen, hieß es. Apple TV ist seit Ende März für 299 Euro erhältlich. (nz/Golem.de)