27.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Online ohne Avatar: Matthias Döpfner.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Print-Verlage suchen Anschluss im Internet. Die jüngsten Zuwächse: Burda kauft das Videoportal Sevenload, und auch Springer investiert in eine neue Seite.
Springer und Burda bauen ihre Online-Engagements aus. Die Axel Springer AG übernimmt 51 Prozent und damit die Mehrheit an der Betreibergesellschaft des Stadtportals Hamburg.de. Die Freie Hansestadt Hamburg bleibt unverändert mit 20 Prozent beteiligt, während die weiteren Gesellschafter HSH Nordbank, Hamburger Sparkasse und die Sparkasse Harburg-Buxtehude ihre Anteile entsprechend reduzieren. Damit folgt der Verlag dem Konkurrenten Burda, der soeben in den Kölner Videodienst Sevenload einstieg.
Hamburg.de ist eine «Public Private Partnership» und bietet als offizielles Stadtportal Informationen und Dienste rund um die Stadt Hamburg an. Der die Behörden, Ämter, Meldeangelegenheiten und Auskünfte der öffentlichen Hand betreffende Bereich wird redaktionell von der Stadt verantwortet. Darüber hinaus bietet die Website Stadtinformationen und Dienste wie Stadtpläne oder Veranstaltungskalender.
Internet ist StandortfrageFür Springer-Chef Mathias Döpfner ist das Engagement bei Hamburg.de ein weiterer Schritt der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens. «Wir investieren in den Standort Hamburg, denn Online-Angebote mit lokalen Inhalten werden weiter an Bedeutung gewinnen», so der Vorstandschef. Noch müssen die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen.
Auch Burda ist auf EinkaufstourSpringer steht mit seinem Engagement in diesen Tagen nicht allein. Erst am Montag war bekannt geworden, dass der Münchner Medienkonzern Burda über seine Beteiligungsgesellschaft Burda Digital Ventures Anteile am 2006 gegründten Foto- und Videoportal Sevenload erwirbt. «Die Beteiligung an sevenload verstärkt unsere Position im Video-Publishing-Markt», sagte Burda-Manager Marcel Reichart. Laut Handelsblatt hat der Verlag hat ein Fünftel der Anteile erworben. Auf sevenload können Nutzer Bilder und Videos verwalten und mit anderen Menschen austauschen. Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan lobte Neu-Gesellschafter Burda als als Partner, der «schon sehr früh das Potenzial digitaler Medien erkannt» habe.
Burda will laut eigener Darstellung stärker in das Online-Geschäft investieren, um neue Werbestrategien für seine Printtitel («Bunte», «Focus», «Freundin») zu entwickeln. Ziel ist auch, Online- und Printmedien stärker zu vernetzen.
Internet-Gründer sind Rock'n'RollerBurda versucht bereits seit längerer Zeit, sein Internet-Engagement im Bereich der durch Nutzer generierten Web-Inhalte auszuweiten: Vergangenes Jahr war es den Münchnern nicht gelungen, Anteile an der Internet-Foto-Plattform Flickr zu erwerben. Yahoo erhielt damals den Zuschlag. Ein deutscher Verlag könne nicht mit den Geboten eines amerikanischen Unternehmens wie Yahoo mithalten, bilanzierte Burda das verlorene Geschäft in der Wochenzeitung «Die Zeit». (nz)