Prügeln und Brettern: Erste Spielerfahrungen mit der Playstation (2)
23. Mrz 2007 09:52
Wilde Jagd durch den Canyon.
Foto: Hersteller
Fliegende Felsbrocken, wirbelnde Partikel: Die Optik der PS3 überzeugt. Andere Neuerungen sind Gewöhnungssache: Hier Teil 2 des Spiele-Tests.
Schade nur, dass Sony in Sachen Dauermotivation bei dem umkomplizierten Gelände-Renner geschlampt hat: Der Spielumfang ist auf Grund weniger Kurse und nicht wirklich abwechselungsreichen Gameplays eher gering, Multiplayer-Wettkämpfe sind darüber hinaus nur online möglich – da wäre mit etwas mehr Fein-Tuning und mehr Strecken noch viel Potenzial drin gewesen. Noch ein ganzes Stück schlechter fällt das Ergebnis bei Formula One Championship Edition aus.
Die Tatsache, dass sich PS3-Besitzer trotz des bereits erfolgten Starts der aktuellen Formel-1-Saison mit Fahrern und Daten aus der letzten Saison abfinden müssen, lässt sich noch verschmerzen. Wenig verständlich ist allerdings, dass sich auch inhaltlich zum letzten PS2-Formel-1-Spiel aus dem Hause Sony praktisch nichts getan hat: Karriere-Modus und sämtliche anderen Spielmodi wurden im Grunde 1:1 übernommen, auch in Sachen Bedienung und Fahrgefühl gibt es keine Verbesserung zu vermelden.
Trailer: Virtual Fighter 5
Die Kulisse wirkt etwas streil
Am enttäuschendsten ist allerdings sicherlich die Optik: Formula One Championship Edition sieht nie wirklich nach HD-Gaming aus; zwar gibt es mehr Details und Effekte als auf der PS2, die Änderungen halten sich aber eher in Grenzen – und an dem Problem, dass die Formel-1-Serie von Sony immer ein wenig steril wirkt, ändert sich auch mit dem neuen Titel leider ebenfalls kaum etwas.
Sega steuert zum PS3-Start unter anderem die Fortsetzungen von zwei sehr populären Spielereihen aus eigenem Haus bei – und liefert in beiden Fällen zwar nicht unbedingt System-Seller ab, ist aber trotzdem in der Lage, sowohl im Beat’em Up-Genre als auch im Bereich Sportspiele die Messlatte für kommende Veröffentlichungen bereits recht hoch zu legen.
Schneller Ballwechsel
Spielerisch konnte bei Virtua Tennis 3 ohnehin wenig verbessert werden – einerseits extrem einsteigerfreundlich und leicht zu lernen, andererseits mit genügend Tiefgang, um auch dauerhaft zu motivieren, stellt dieser Titel auch auf der PS3 die optimale Wahl für einen schnellen Ballwechsel zwischendurch oder ein kleines Turnier mit Freunden dar.
Neu dabei sind diesmal zahlreiche ganz unterhaltsame Mini-Spiele sowie eine deutlich aufgebohrte Optik: Gesichtszüge und Eigenheiten der Spieler sind deutlich besser zu erkennen, und auch wenn es bis zu dem von Sega gepriesenen Fotorealismus noch ein ganzes Stück Entwicklungsarbeit ist: So schick sah virtuelles Tennis auf dem heimischen TV wohl noch nie aus.
Spektakuläre Prügelszenen
Ähnlich begeistern kann Virtua Fighter 5: Mit insgesamt 17 Kämpfern – darunter 15 Veteranen und zwei Neulinge – darf sich in Dojos, Tempeln oder vor spektakulären Naturszenarien geprügelt werden.
Die grundsätzliche Bedienung ist dieselbe geblieben, die Optik dafür deutlich aufgewertet: Das Spiel glänzt im wahrsten Sinne des Wortes mit vielen schönen Effekten, butterweichen Animationen und sehr ansehnlichen Landschaften. Dank zahlreicher Spieloptionen wie dem umfangreichen Quest-Modus ist auch auf längere Sicht nicht mit Langeweile zu rechnen.
Wer zur neuen PlayStation 3 auch gleich einen Shooter haben möchte, darf zu Resistance: Fall Of Man greifen. Auf den ersten Blick wirkt der Titel wie ein Zweiter-Weltkrieg-Shooter à la Call of Duty, die Hintergrundgeschichte will allerdings von Nazis und Alliierten wenig wissen und erzählt einen alternativen Verlauf der Geschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Der Zweite Weltkrieg hat niemals stattgefunden, stattdessen wird die Menschheit von einer Mutantenrasse mit Namen Chimera bedroht.
Mutanten bedrohen die Menschheit
Im Jahr 1951 ist England der letzte Außenposten der Menschheit in Europa, und der Spieler ist einer der wenigen restlichen Soldaten, die das von Terror und Zerstörung gezeichnete Land erretten sollen.
Spaß macht das zweifellos, da die Entwickler unter anderem viel Wert auf unterschiedliche Waffen und diverse steuerbare Fahrzeuge gelegt haben, ein richtig herausragender Shooter ist Resistance allerdings trotzdem nicht geworden - was einerseits am sehr linearen Gameplay liegt, das wenig spielerische Freiheiten lässt. Gleichzeitig enttäuscht aber auch die Präsentation: Effekte und die einzelnen Personen lassen die technischen Fähigkeiten der Konsole zwar erahnen, die matschigen und detailarmen Gebäude- und Umgebungstexturen hingegen nttäuschen.
Schneller Frustabbau
Trotzdem ist Resistance sein Geld durchaus wert - ganz im Gegensatz zu Genji: Days Of Blade, das leider eine unrühmliche Fortsetzung für die recht populäre Samurai-Schnetzelei darstellt. Zwar wurde am unkomplizierten Hack-&-Slay-Gameplay wenig verändert, prinzipiell eignet sich die Reihe also auch auf der PS3 zum schnellen Frustabbau.
Nur ist die technische Seite fast schon desaströs misslungen: Die Optik kommt kaum über PS2-Niveau hinaus, zudem sorgen ungünstige Kamerapositionen und teils hakelige Kollisionsabfragen für viel Frust; den Titel sollte man also unbedingt im Ladenregal liegen lassen. (Thorsten Wiesner/Golem für Netzeitung.de)