Prügeln und Brettern: Erste Spielerfahrungen mit der Playstation (2)
Die Tatsache, dass sich PS3-Besitzer trotz des bereits erfolgten Starts der aktuellen Formel-1-Saison mit Fahrern und Daten aus der letzten Saison abfinden müssen, lässt sich noch verschmerzen. Wenig verständlich ist allerdings, dass sich auch inhaltlich zum letzten PS2-Formel-1-Spiel aus dem Hause Sony praktisch nichts getan hat: Karriere-Modus und sämtliche anderen Spielmodi wurden im Grunde 1:1 übernommen, auch in Sachen Bedienung und Fahrgefühl gibt es keine Verbesserung zu vermelden.
Sega steuert zum PS3-Start unter anderem die Fortsetzungen von zwei sehr populären Spielereihen aus eigenem Haus bei und liefert in beiden Fällen zwar nicht unbedingt System-Seller ab, ist aber trotzdem in der Lage, sowohl im Beatem Up-Genre als auch im Bereich Sportspiele die Messlatte für kommende Veröffentlichungen bereits recht hoch zu legen.
Neu dabei sind diesmal zahlreiche ganz unterhaltsame Mini-Spiele sowie eine deutlich aufgebohrte Optik: Gesichtszüge und Eigenheiten der Spieler sind deutlich besser zu erkennen, und auch wenn es bis zu dem von Sega gepriesenen Fotorealismus noch ein ganzes Stück Entwicklungsarbeit ist: So schick sah virtuelles Tennis auf dem heimischen TV wohl noch nie aus.
Die grundsätzliche Bedienung ist dieselbe geblieben, die Optik dafür deutlich aufgewertet: Das Spiel glänzt im wahrsten Sinne des Wortes mit vielen schönen Effekten, butterweichen Animationen und sehr ansehnlichen Landschaften. Dank zahlreicher Spieloptionen wie dem umfangreichen Quest-Modus ist auch auf längere Sicht nicht mit Langeweile zu rechnen.
Wer zur neuen PlayStation 3 auch gleich einen Shooter haben möchte, darf zu Resistance: Fall Of Man greifen. Auf den ersten Blick wirkt der Titel wie ein Zweiter-Weltkrieg-Shooter à la Call of Duty, die Hintergrundgeschichte will allerdings von Nazis und Alliierten wenig wissen und erzählt einen alternativen Verlauf der Geschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Der Zweite Weltkrieg hat niemals stattgefunden, stattdessen wird die Menschheit von einer Mutantenrasse mit Namen Chimera bedroht.
Spaß macht das zweifellos, da die Entwickler unter anderem viel Wert auf unterschiedliche Waffen und diverse steuerbare Fahrzeuge gelegt haben, ein richtig herausragender Shooter ist Resistance allerdings trotzdem nicht geworden - was einerseits am sehr linearen Gameplay liegt, das wenig spielerische Freiheiten lässt. Gleichzeitig enttäuscht aber auch die Präsentation: Effekte und die einzelnen Personen lassen die technischen Fähigkeiten der Konsole zwar erahnen, die matschigen und detailarmen Gebäude- und Umgebungstexturen hingegen nttäuschen.
Nur ist die technische Seite fast schon desaströs misslungen: Die Optik kommt kaum über PS2-Niveau hinaus, zudem sorgen ungünstige Kamerapositionen und teils hakelige Kollisionsabfragen für viel Frust; den Titel sollte man also unbedingt im Ladenregal liegen lassen. (Thorsten Wiesner/Golem für Netzeitung.de)
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