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Angriff der Handy-Viren

12. Mrz 2007 08:14
Im Visier der Viren: Smart Phones.
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Schwere Viren-Attacken auf Handys sind nur eine Frage der Zeit. Welche Gefahr droht und wie man sich schützen kann, erfuhr Bodo Mrozek im Gepräch mit Matthias Gärtner vom Bundesamt für IT-Sicherheit.

Netzeitung.de: Herr Gärtner, es kursieren immer mehr Gerüchte über aggressive Viren, die auch Handys befallen. Sind dem Bundesamt für IT-Sicherheit bereits konkrete Fälle bekannt?

Matthias Gärtner: Die ersten derartigen Vorfälle sind bereits geschehen. Gravierende Angriffe sind uns zum Glück noch nicht bekannt geworden. Aber bei zunehmend intelligenter werdenden Geräten ist das nur noch eine Frage der Zeit.

Netzeitung.de: Was sind das für Vorfälle?

Gärtner: Schadprogramme haben sich über Bluetooth oder Infrarot-Verbindungen in Mobiltelefone eingeschlichen und dort die Betriebssysteme deaktiviert.

Netzeitung.de: Wie geschehen solche Angriffe?

Matthias Gärtner: Besonders an Orten, wo viele Mobiltelefone erreichbar sind. Man legt sein Handy arglos auf den Tisch oder hält es in der Bahn in der Hand – und schon wählt sich jemand ein.

Netzeitung.de: Wie unterscheiden sich Handy-Viren von den bekannten Computer-Viren? Geht es um Zerstörung oder auch um Datenspionage?

Matthias Gärtner: Bisher noch nicht. Aber die Handy-Affären aus Italien oder Griechenland zeigen, dass auch damit zu rechnen sein wird.

Netzeitung.de: Wie kann ich mich beim Telefonieren schützen?

Matthias Gärtner: Zunächst sollte man unbedingt darauf achten, dass Bluetooth und Infrarot deaktiviert sind und nur dann geöffnet werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Vorsicht gilt auch bei Videofunktionen. Hier sollte man sich beim Hersteller über Risiken informieren.

Netzeitung.de: Auf welche Informationen haben es Spionage-Viren abgesehen?

Matthias Gärtner: Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit der Bahn in der Ersten Klasse zur Cebit. Was Sie da schon rein akustisch im Abteil für interne Informationen zu hören bekommen, ist unter dem Aspekt des Datenschutzes haarsträubend. Gerade professionelle Anwender sollten daher eine Risiko-Nutzen-Analyse durchführen, sich der Gefahr des technischen Lauschens bewusst werden und entsprechend handeln.

Netzeitung.de: Die Geräte werden immer intelligenter und bieten immer mehr Möglichkeiten wie E-Mail, Video und Surfen im Internet. Hier liegen aber auch die Risiken. Ist weniger manchmal mehr?

Matthias Gärtner: Handys gehen immer mehr in die Richtung von Notebook oder Palm, bald werden die Geräte kaum noch zu unterscheiden sein. Man sollte gut überlegen, welche Funktionen man wirklich benötigt und was nur Spielerei ist. Denn jede zusätzliche Anwendung birgt neue Gefahren.

Netzeitung.de: Muss man in seinem Handy nun Virenschutzprogramme installieren?

Matthias Gärtner: Ja, diese Mühe wird einem künftig wohl nicht erspart bleiben. Man sollte sich unbedingt bei Gerätehersteller und Netzbetreiber über ausreichenden Schutz informieren. Und wenn es um wirklich sensible Daten geht, sieht der beste Schutz in Gefahrenzonen so aus: Das Gerät ausschalten und den Akku einfach mal rausnehmen.

Matthias Gärtner ist Sprecher des Bundesinformationsamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn.

 
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