netzeitung.deMensch-Maschine steuert Computer durch Gedanken

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Diese Kappe liest Gedanken. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diese Kappe liest Gedanken.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Science ohne Fiction: Eine Elektroden-Kappe soll Gedanken und Emotionen lesen können. Für Spiele, Computeranwendungen oder die Sicherheitstechnik eröffnen sich erstaunliche Möglichkeiten.

Mit einer neuartigen Technologie will ein amerikanisches Unternehmen eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine auf den Markt bringen: eine Kappe mit Sensoren. «Project Epoc» heißt das neurale Mensch-Maschine-Interface, das die Firma Emotiv am Mittwoch auf der Game Developers Conference (GDC) in San Franciso vorstellte.

Die Software zur Kappe könne Gedanken lesen. So ließen sich Objekte in Computerspielen bewegen, indem an eine Aktion wie «ziehen», «drücken», «heben» oder «rotieren» gedacht wird. Diese Technik soll nicht nur bei Spielen, sondern auch beim interaktiven Fernsehen zum Einsatz kommen. Auch von Anwendungen in Werbung, Medizin und im Sicherheitsbereich ist die Rede.

Über ähnliche Entwicklungen wurde bereits berichtet. Emotiv betont jedoch, über die erste Hirn-Computer-Interface-Technik zu verfügen, die sowohl menschliche bewusste Gedanken als auch unbewusste Emotionen messen und verarbeiten kann.

«Die nächste Welle technologischer Innovation wird die Art und Weise verändern, in der Menschen mit Computern interagieren», sagte Entwickler Nam Do dem IT-Nachrichtendienst Golem.de in San Francisco. Der nächste Schritt sei es, dies sowohl in der Arbeitswelt als auch beim Entertainment «lebensechter» zu gestalten, was Emotiv mit seinem Project Epoc bewerkstelligen will.

Reaktion auf Emotionen
Zudem arbeiten die Entwickler an einer Sammlung von Anwendungen, mit denen Computer mittels Gedanken – etwa das Heben oder Rotieren eines Objekts - unterscheiden können. Auch Gemütszustände wie Aufregung oder Gelassenheit sollen erkannt werden.

Zuerst wollen die Unternehmen die Spieleindustrie von den Möglichkeiten überzeugen. Dort sehen sie viele Einsatzgebiete: Spiele könnten mit der Technologie auf die Emotionen des Spielers reagieren und deren Gesichter zeigen, Objekte im Spiel ließen sich zudem mit Gedanken steuern.

Entwickelt wird das Interface in Australien von Experten der Optik, Kommunikationstechnik und der Visuellen Neurobiologie, darunter Allan Snyder und der Chip-Design-Experte Neil Weste. Auch bekannte Spieleentwickler wie Ed Fries (vormals Microsoft und Sony) und Steve Sapiro (vormals Intel) sind mit an Bord.(Golem.de/ck)