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NDR-Magazin verteidigt «Killerspiele»-Beitrag

26. Feb 2007 14:19
Szene aus dem Spiel 'Call of Duty'
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Vergewaltigung und Nazi-Symbole: Das TV-Magazin «Panorama» verteidigt seinen umstrittenen Beitrag über angebliche «Killerspiele». Spiele-Experten werfen ARD «Stimmungsmache» vor.

Die «Panorama»-Redaktion hat Kritik an ihrer Berichterstattung zurückgewiesen. Unter dem Titel «Morden und Foltern als Freizeitspaß - Killerspiele im Internet» hatte die ARD am 22. Februar 2007 einen kontroversen Beitrag des Magazins «Panorama» ausgestrahlt. Wie berichtet wurden darin unter anderem die Spiele «Call of Duty» und «GTA: San Andreas» kritisiert.

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Der NDR zeigte dabei Ausschnitte eines vom Spieler freizuschaltenden Mods, das einvernehmlichen Sex der bekleideten Spielfiguren nach einer Verabredung darstellt. Im Beitrag hieß es wahrheitswidrig dazu: «Wer hier möglichst viele Frauen vergewaltigt, gewinnt.»

In einer Stellungsnahme im Panorama-Forum meint die Fernsehredaktion dazu: «Auch die Zusatzpatches für gewaltsame sexuelle Handlungen sind problemlos herunterzuladen, auch wenn wir diese nicht im Detail gezeigt haben. Deutlich wird dadurch auch, dass die offizielle Handelsvariante diese Szenen nicht enthält.»

Behauptungen wieder verwendet

Gemeint war mit den Vergewaltigungsvorwürfen also offenbar nicht das «Hot Coffee Mod» - das in neueren Versionen des Spiels ohnehin nicht mehr funktioniert -, sondern ein anderer Patch. Eine solche Erweiterung, die in «GTA: San Andreas» Sex und Gewalt verknüpft, ist der Redaktion von Golem.de nicht bekannt. Stattdessen sieht es eher so aus, als ob im Panorama-Beitrag nur Behauptungen wieder verwendet wurden, die bereits während der großen Aufregung um das Hot Coffee Mods in den USA im Jahr 2005 widerlegt wurden.

Panorama äußert sich zudem über die gezeigten Szenen aus «Call of Duty». Nach Meinung der Redaktion habe man hinreichend darauf hingewiesen, dass Hakenkreuze und andere NS-Symbole nicht Teil der deutschen Verkaufsversion seien. Zudem spricht Panorama von einer so genannten «Internetversion» des Spiels und erklärt: «Dort kann auch die Version 'Death Match' gespielt werden». Ziel sei es, «möglichst viele Menschen zu töten».

Drastische Bilder

Dazu wählte Panorama auch besonders drastische Bilder, die zwischen Aufnahmen von zwei interviewten Call-of-Duty-Spielern des Clans CODW geschnitten wurden. So wurde zum Beispiel gezeigt, wie ein Spieler auf einen am Boden liegenden Gegner schoss, unmittelbar danach folgte der Schnitt auf Ingolf «Daywalker» Wichmann von CODW, der vor sich hin lachte.

Auf der Webseite des Clans stellt Wichmann: «Mein Lächeln bezog sich auf eine lustige Aussage in Teamspeak, nicht auf irgendwelche Leichenballerei. Die gezeigten Szenen werden die mit Sicherheit selber gemacht haben. Von uns stammen sie jedenfalls nicht.»

Wie einer Meldung bei Heise.de zu entnehmen ist, hatte Panorama auch mit dortigen Redakteuren gesprochen, deren Aussagen aber nicht verwendet, weil der Beitrag sonst zu lang geworden wäre. Auch andere Journalisten kritisieren den Panorama-Beitrag deutlich.

So schreibt Christian Schmidt, leitender Redakteur bei «GameStar» in einem Kommentar auf der Webseite der Spiele-Zeitschrift: «Es ist Stimmungsmache, die dort im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lief, kein Journalismus. An einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema nicht bemüht, trägt der Beitrag letztlich nur dazu bei, die Kluft zwischen Spielern und Nicht-Spielern zu vertiefen, Unverständnis zu streuen und Vorurteile zu bestätigen.» (Golem/nie)

 
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