Wo die wichtigsten Vista-Treiber zu finden sind
02.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die gute Nachricht vorweg: Vista enthält bereits eine Vielzahl von Treibern für jede erdenkliche Hardware. Wer nicht gerade ein brandneues üppig ausgestattetes Mainboard mit zahlreichen Zusatzchips sein Eigen nennt, muss in der Regel nur den Grafiktreiber aktualisieren. Bedingt durch den langen Entwicklungszeitraum von fünf Jahren hat Microsoft zahlreiche Treiber bereits auf die Installations-DVD gepackt.
Wie bei jedem neuen Betriebssystem gilt aber: Die Treiber sollten vor der Installation heruntergeladen und auf einem Wechseldatenträger wie CD oder USB-Stick gespeichert werden, so dass auch während der Installation darauf zugegriffen werden kann. Kommt eine der Upgrade-Versionen von Vista zum Einsatz, so muss die Installation unter einem lauffähigen Windows XP oder 2000 gestartet werden. Die Vollversionen, auch die für «System Builder», lassen sich von DVD booten und eine Parallel-Installation vornehmen. Vista kann dabei auch Festplatten partitionieren und richtet einen eigenen Boot-Manager ein. In unseren Tests klappte das auch auf Festplatten mit gemischten Umgebungen aus FAT32- und NTFS-Partitionen. Ein Backup des gesamten Systems ist jedoch vor solchen Experimenten unerlässlich. Auch die Backup-Software sollte ohne installiertes Windows lauffähig sein, etwa auf Boot-Disketten oder einem bootfähigen USB-Stick.
Über das deutlich erweiterte Windows-Update kann sich Vista auch selbst Treiber aus dem Netz holen. Diese Prozedur nehmen jedoch nur verhältnismäßig wenige Hardware-Hersteller in Anspruch, da es sie zu viel kostet. Manche Treiber, die besonders wichtig für ein störungsfreies Arbeiten sind, finden sich dennoch im Vista-Update. Bisher war dies unter anderem für das schnelle Aufwachen aus ACPI-Stromparmodi namens «Quick Resume» auf Intel-Mainboards der Fall.
Im Folgenden fassen wir die Links zu den Treibern für weit verbreitete Hardware zusammen, die in der Woche nach dem Erscheinen von Windows Vista für Endkunden bereits verfügbar waren. Diese Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur als erster Ansatzpunkt für weitere Treibersuche dienen. Sofern nicht anders angegeben, stehen die verlinkten Treiber sowohl für die 32- als auch die 64-Bit-Versionen von Vista bereit.
Prozessoren, Mainboards und Chipsätze
Vista benötigt für die derzeit verfügbaren Prozessoren keine Updates. Auch die Funktion «Cool'n'Quiet» von AMD-CPUs wird vom Betriebssystem direkt unterstützt, wenn sie im BIOS aktiviert ist. Die Einstellungen für das Stromsparen finden sich in der Systemsteuerung, die Drosselung der Prozessoren ist jedoch nur über «Erweiterte Einstellungen» unter «Energieoptionen» erreichbar.
Grafikkarten
Auch hier gilt: Für betagtere Modelle und Onboard-Grafik hat Vista meist selbst den passenden Treiber. Da sich aber das Treibermodell gegenüber Windows XP mit dem neuen «Windows Display Driver Model» (WDDM) geändert hat, sind insbesondere Grafikkarten für DirectX 9 und DirectX 10 nur mit einem aktualisierten Treiber unter Vista lauffähig. Das betrifft insbesondere die zahlreichen Zusatzfunktionen wie selbst gebastelte Auflösungen und Wiederholraten für den Anschluss eines Flachbild-Fernsehers. Hier empfiehlt es sich, auf die inzwischen von den beiden Grafik-Platzhirschen gestellten Vista-Treiber zurückzugreifen.
Bei integrierter Grafik, vor allem bei Intel-Chipsätzen, greifen meist die mit Vista gelieferten Treiber. Sie laufen beispielsweise bei dem mobilen Chipsatz 945GM auch mit der 3D-Oberfläche «Aero» von Vista problemlos.
Drucker
Alle günstigen Tinten- und Laser-Drucker sind so genannte «GDI-Drucker»: Sie verfügen nur über einen sehr kleinen eigenen Prozessor und verlassen sich für die Aufbereitung der Daten auf den Windows-PC. Microsoft hat daher das bisherige GDI auch in Vista integriert und bietet wiederum für viele Drucker Treiber an - aber oft ohne Spezialfunktionen wie die Ausgabe mehrerer Seiten eines Dokuments auf einem Blatt. Das neue Drucker-Protokoll in Vista heißt «Printing Path XPS» und wird nativ noch von sehr wenigen Druckern unterstützt.
Fazit:
Vista bringt für die Grundkomponenten eines Rechners in den meisten Fällen schon die nötigen Treiber mit. Die Hardware-Hersteller haben pünktlich zum Start dennoch eigene Versionen bereitgestellt, die vor allem im Fall von Grafikkarten auch dringend nötig sind. Die mit einem neuen Windows stets problematische Unterstützung von Druckern wurde diesmal gelöst, indem die Hersteller ihrer Treiber auf die Vista-DVD packen konnten.
Lücken klaffen jedoch noch bei den Treibern für Multimedia-Geräte wie Sound- und TV-Karten. In der kommenden Woche beschreibt Golem.de hier in einem weiteren Artikel den Stand der Dinge. (golem.de)

