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Politische Kämpfe in Second Life

01. Feb 2007 13:27
Diskussionen vor der FN-Parteizentrale
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Die französische Partei Front National stößt in Second Life auf starken Widerstand. Proteste sind an der Tagesordnung. Doch die Macher wollen sich nicht einmischen.

Von Caroline Benzel

Die rechtsextreme französische Partei Front National mit ihrem Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen sorgt in der virtuellen Welt des Online-Spiels Second Life für Ärger. Seit die Partei ihre Zentrale in der Region «Axel Sim» eröffnet hat, kommt es regelmäßig zu Protesten und Ausschreitungen, berichtet die Second Life-Zeitung «The AvaStar».

Antonia Marrat, die Inhaberin der Mode-Boutique Artilleri wolle deshalb den Standort aufgeben. «Die Auseinandersetzungen sind mir einfach zu viel geworden.» Zwar habe sie an den Protesten gegen die Partei teilgenommen, doch glaube sie nicht daran, dass die Partei wirklich verschwinden werde. «Mehr als dumme Schilder mit Toiletten aufzustellen, kann ich nicht tun», sagte sie dem Blatt. «Wir werden nicht aufhören, die FN zu bekämpfen», meinte dagegen Ricardo Chevalier von der eigens gegründeten Anti-FN-Gruppe.

Die Erfinder der Online-Welt, die Linden Labs, wollen sich in den Streit nicht einmischen. Die Einwohner müssten ihre Probleme selbst lösen, hieß es.

Die Mitglieder der Front National können die Aufregung um ihre Zentrale nicht verstehen. «Die Proteste gegen uns sind vor allem gute Werbung», sagte FN-Aktivist Clovis Lamont auf Netzeitung.de. «Wer sich über uns aufregt, glaubt an die Lügen, die die Medien über uns verbreiten.»

In der Parteizentrale stehen verschiedene Mitglieder zur Diskussion bereit. «Wir wollen in Second Life neue Mitglieder werben», erklärte Lamont das Engagement der Partei in der virtuellen Welt. Im Übrigen sei die Partei gar nicht gegen Ausländer, fügt der bleiche, muskelbepackte Avatar hinzu, der sein mit den französischen Nationalfarben geschmücktes T-Shirt ordentlich in die Hose gesteckt hat. Nur dürfe es keine Immigration nach Frankreich geben, solange es nicht genug Arbeitsplätze gebe.

Diese Ausführungen werden von umstehenden Mitgliedern der Anti-FN-Gruppe höhnisch kommentiert. Jeder wisse, dass die FN aus Rassisten bestehe.

 
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