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Im Internet tobt der Zweite Weltkrieg

25. Jan 2007 14:11
Ego-Shooter
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Ein Hamburger Unternehmen für IT-Sicherheit hat ein halbes Jahr lang die Nutzung von Online-Killerspielen untersucht. Besonders beliebt ist ein Spiel, das den Zweiten Weltkrieg nachstellt.

Killerspiele, vor allem solche, die den Zweiten Weltkrieg nachstellen, werden immer beliebter. Allein in Europa treten mehr als 10.000 so genannte Clans, Spielergemeinschaften mit zwei bis 20 Mitgliedern, als alliierte oder deutsche Soldaten auf den Weltkriegs-Schlachtfeldern gegeneinander an. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Hamburger IT-Sicherheitsunternehmen Pan Amp im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) durchgeführt hat.

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Die Zahl der Online-Spieler wächst laut der Studie von Woche zu Woche. Allein die im Zweiten Weltkrieg angesiedelten «Call of Duty»-Spiele nutzten nach Erkenntnissen der Hamburger IT-Experten jeden Tag weltweit mehr als 250.000 Spieler. Zwar sind diese zu den Ego-Shootern zählenden Spiele erst ab 18 Jahren freigegeben. «Allerdings sind im Netz problemlos illegale Versionen erhältlich, die sich Jugendliche beschaffen und herunterladen können», sagt IT-Sicherheitsexperte Bert Weingarten, der die Studie mit erstellt hat.

Wehrmacht im Internet

Dabei kommen auch verfassungsfeindliche Symbole zum Einsatz. So ziehen viele Clans beispielsweise als deutsche Wehrmachts-Soldaten in den virtuellen Krieg. Entsprechend martialisch gestaltet sind die Websites. «Sie statten ihre Homepages bisweilen mit rechter Symbolik aus, also mit der Reichskriegsflagge oder Zeichen der Waffen-SS», sagt Weingarten. Außerdem lassen sich die Spiele durch Erweiterungen aus dem Internet problemlos so aufrüsten, dass sie noch blutiger würden.

Hintergrund:
Zu Beginn der Studie hatten die Experten zunächst nach einer Definition der Killerspiele gesucht. Danach beinhalten Killerspiele «die Jagd und das Töten von Menschen oder menschenähnlichen Avataren in mehrdimensionalen Welten». Die Experten prüften 52 Computerspiele aus dem Genre der Ego-Shooter auf diese Kriterien.

Ego-Shooter, in den die Spieler Roboter oder Außerirdische jagen, gehörten demnach nicht zu den Killerspielen. Die Experten identifizierten insgesamt 16 Killerspiele, deren Online-Nutzung in Europa sie über einen Zeitraum von einem halben Jahr analysierten. Zu den am häufigsten genutzten Spielen gehörten «Counter Strike», bei dem Soldaten gegen Terroristen kämpfen, und «Call of Duty», bei dem Engländer, Franzosen, Amerikaner und Deutsche aufeinander schießen.

Während mehrere Bundesländer bereits ein deutschlandweites Verbot der Killerspiele vorbereiten, verteidigen die Computerspieler ihr Hobby. «Wir sind keine Killer», sagte ein Clan-Mitglied dem NDR. «Wir können zu jeder Zeit zwischen Spiel und Realität unterscheiden.» Vielmehr wirke Computer-Spielen auf diese Art wegen des Gruppenerlebnisses sogar kommunikationsfördernd und diene gleichzeitig dem Stress-Abbau. (nz)

 
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