netzeitung.deWeblogs helfen bei Kaufentscheidungen

 Herausgeber: netzeitung.de

Wenn in einem Produkt ein Mangel auftritt, fällt vielen Nutzer bestimmt auf. Käufer können sich deshalb in Netz-Gemeinden Rat holen, die sich in Weblogs tummeln.

Preissuchmaschinen und Bewertungsportale gehören schon länger zu den Recherchequellen von Verbrauchern. Wer einen neuen Drucker, einen Fernseher oder eine Versicherung sucht, hat im Internet viele Möglichkeiten, sich vorab zu informieren. Immer häufiger werden auch Weblogs zur Entscheidungshilfe genutzt. Ein Weblog, auch kurz Blog genannt, ist ein Online-Journal, das immer neue, chronologisch sortierte Einträge enthält. Leser können meist kommentieren, und über Verlinkungen sind die Blogs gut vernetzt.

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos haben 30 Prozent der befragten deutschen Internetnutzer bereits ein Produkt nicht gekauft oder eine Dienstleistung nicht in Anspruch genommen, nachdem sie im Internet negative Kommentare oder Kritiken privater Nutzer gelesen hatten. Allerdings beeinflussen Blogger Kaufentscheidungen auch positiv: 56 Prozent der deutschen Studienteilnehmer sagten, sie würden ein Produkt oder eine Dienstleistung eher kaufen, wenn sie dazu positive private Kommentare im Netz lesen.

Blog-Suche
Allerdings widmen sich die wenigsten Blogs ausschließlich einem Unternehmen oder einem Produkt. Wer gezielt nach Blogeinträgen zu einer Ware oder einem Hersteller sucht, kann Blogsuchmachinen wie Technorati (www.technorati.com), Blogpulse (www.blogpulse.com) oder Google Blogsuche (www.google.de/blogsearch) nutzen. Die Suche liefert oft eine Vielzahl von Einträgen. Wer beispielsweise nach «IKEA» sucht, findet etliche und ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dem schwedischen Möbelhaus.

Dass Blogs eine interessante Quelle für potenzielle Kunden sind, wissen allerdings auch die Unternehmen selbst. Einige versuchen deshalb, die Gemeinschaft der Blogger, die so genannte Blogosphäre, zu beeinflussen, indem sie ihnen neue Produkte zum Testen überlassen. Microsoft etwa versorgte amerikanische Blogger mit Notebooks, um für das neue Betriebssystem «Windows Vista» zu werben. Opel ließ im vergangenen Jahr Blogger ein neues Auto Probe fahren.
Kaufen oder abmahnen?
Während die einen Unternehmen versuchen, Blogger für sich zu gewinnen, mahnen andere die meist als Privatleute agierenden Autoren ab, wenn diese etwas Negatives über die Firma schreiben. «Verklage niemals einen Blogger», rät Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach von der PR-Agentur Edelman. Durch Berichte in anderen Blogs nehme Image eines Unternehmens durch eine Abmahnung unter Umständen noch größeren Schaden.

Laut der Ipsos-Studie haben drei Prozent der Europäer bereits ein eigenes Weblog. Wer künftig mit einem Produkt oder einer Dienstleistung unzufrieden ist, ärgert sich unter Umständen nicht mehr nur ganz alleine zu Hause, sondern teilt seine Erfahrungen mit vielen anderen, die davon profitieren können. (nz)