«Joost» soll TV-Wünsche im Internet erfüllen
Die Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis haben ein neuartiges System für Internet-Fernsehen entwickelt. Ähnlich wie das Internet-Telefonie-System Skype basiert auch «Joost» auf dem Peer-to-Peer-Prinzip (P2P). Das bedeutet, die Videos werden nicht von einem Server heruntergeladen, sondern jeder in dem P2P-Netz angemeldete Rechner verteilt die Daten weiter.
Ein Modell, das Erfolg haben könnte: Erst kürzlich kam eine britische Studie zu dem Schluss, dass der Werbemarkt für Online-Videos in den nächsten Jahren stark wachsen werde. Doch auch wenn von Nutzern erstellte Videos in Zukunft einen großen Teil des Marktes ausmachen, werden die Werbeeinnahmen trotzdem überwiegend in den Kassen der professionellen Anbieter landen. Angaben darüber, wie viele Anbieter in der aktuell laufenden Testphase bereits ihre Inhalte über «Joost» verteilen, konnte Zennström nicht machen.
Die erste auf dem Peer-to-Peer-Prinzip basierende Anwendung, die Zennström und Friis zusammen entwickelt haben, war die Daten-Tauschbörse Kazaa. Anders als die beiden Nachfolger war Kazaa ein komplett dezentrales System, das ohne Server auskam. Da über Kazaa und andere auf der P2P-Technik basierende Tauschbörsen sehr viele Daten illegal verteilt wurden, galt diese Technik den Inhalteanbietern wie Filmstudios oder Plattenfirmen als Piratentechnik. Inzwischen ändern einige Anbieter ihre Einstellung und beginnen ihre Inhalte auch über P2P-Börsen zu vermarkten.

