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Internet-Leitfaden für US-Polizisten

17. Jan 2007 16:03
US-Polizist: Nachhilfe für das Internet
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Das US-Justizministerium hat ein Internet-Handbuch für Polizisten veröffentlicht. Technik-unkundigen Beamten waren in der Vergangenheit Pannen bei der Aufklärung von Cyber-Verbrechen unterlaufen.

Das amerikanische Justizministerium greift Polizisten mit wenig Technik-Kenntnissen unter die Arme. Das Ministerium hat am Dienstag (Ortszeit) einen Leitfaden veröffentlicht, mit dem Gesetzeshüter ihre Kenntnisse der modernen Kommunikationstechnik und der Strafverfolgung im Internet aufbessern können.

Mehr im Internet:
Der 137 Seiten dicke Leitfaden mit dem Titel «Investigations Involving the Internet and Computer Networks» (zu deutsch: Ermittlungen, die das Internet und Computer umfassen) bietet Aufklärung über die virtuelle Welt: Er erklärt Unkundigen beispielsweise, wie das Internet funktioniert oder wie sie eine Internet-Adresse zu ihrem Inhaber zurückverfolgen können. Fortgeschrittene hingegen lernen, wie sie Verdächtige in Chaträumen aufspüren oder Personen, die in Dateitauschbörsen gegen das Urheberrecht verstoßen, dingfest machen.

Entlastung durch Trojaner?

Auch die Warnung, dass ein Nutzer nicht unbedingt für Daten auf seinem Computer verantwortlich sein muss, fehlt nicht. «Wenn Ermittlungen Internet und Computernetze umfassen, bedeutet das, dass der Computer eines Verdächtigen mit anderen Computern kommuniziert. Fahnder sollten sich deshalb bewusst sein, dass der Verdächtige beteuern könnte, die belastenden Beweise seien durch einen Trojaner auf seinen Rechner geschmuggelt worden.» Nur eine genaue Untersuchung der auf angemessene Weise beschlagnahmten Festplatte könne die Wahrheit ans Licht bringen.

Mehr in der Netzeitung:
Auslöser für die Initiative aus Washington sind eine Reihe von Pannen, die Polizisten bei der High-Tech-Fahndung unterlaufen waren. So hatten beispielsweise Strafverfolger Missouri im vergangenen Sommer unbefugt Festplatten eines Verdächtigen beschlagnahmt. Ihre Kollegen in Arizona führten vor zwei Jahren eine Razzia in einem Privathaus durch, beschlagnahmten den Computer eines 16-Jährigen und nahmen diesen vor den Augen der entsetzten Eltern unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie fest. Bei der Untersuchung des Computers stellte sich heraus, dass es auf dem Rechner nur so von bösartiger Software wimmelte.

Dank des Leitfadens sollen solche Pannen in Zukunft nicht mehr passieren. Über einige Grundkenntnisse in der Computernutzung sollten die Beamten allerdings schon verfügen: Das Justizministerium hat den Leitfaden als PDF-Datei auf seiner Website zum Herunterladen bereit gestellt. (nz)

 
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