Microsoft hilft Eltern beim Jugendschutz
15.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Auch das Internet-Verhalten ihrer Kinder können die Eltern beeinflussen. Mit Hilfe von Filtern sei es möglich, den Zugriff auf bestimmte Websites unterbinden, so dass der Nachwuchs beispielsweise keine Pornoseiten aufrufen kann, erklärt Vanessa Weihbrecht, Produktmanagerin von Microsoft. Dazu wählen die Eltern aus einer Liste bestimmte Stichwörter aus. Der Filter blockt dann den Zugang zu Websites, auf denen diese Stichwörter vorkommen.
BSI-Experte Caspers hingegen befürchtet, dass die Filterkriterien kulturelle Unterschiede nicht ausreichend berücksichtigen. So sind Amerikaner zum Beispiel bei Gewaltdarstellungen sehr viel toleranter als die Europäer. Dafür werden Darstellung, die in unseren Breiten als harmlos gelten, jenseits des Atlantiks als anstößig betrachtet. Außerdem kritisiert Caspers die umfangreiche Überwachung einzelner Nutzer ohne deren Wissen. Eltern könnten etwa das Surfverhalten ihrer Kinder lückenlos nachvollziehen. «Das ist doch nicht gerade vertrauensbildend. So vermittelt man seinen Kindern keine Medienkompetenz.»
Daneben liefert Microsoft mehrere nützliche Programme mit dem Betriebssystem aus, die dieses sicherer machen sollen. Der «Windows Defender» etwa schützt vor so genannter Spyware, die vom Nutzer unbemerkt den Computer ausspioniert. Ein Phishingfilter soll verhindern, dass Betrüger persönliche Daten wie Passwörter für das Online-Banking stehlen. Schließlich verfügt «Vista» wie der Vorgänger «Windows XP» über eine integrierte Firewall. Diese kontrolliert die Internet-Verbindungen des Computers in beide Richtungen, also aus dem Internet auf den Rechner, als auch vom Rechner nach draußen. Thomas Caspers von BSI beurteilt die Qualität der virtuellen Schutzmauer als gut und mit der von Drittanbietern vergleichbar.
Eine Sicherheitslücke jedoch hat Hersteller Microsoft selbst in das System eingebaut: Das Betriebssystem gibt es in mehreren Versionen, die sich in ihren Funktionen unterscheiden. Allerdings werden alle Versionen auf dem gleichen Datenträger ausgeliefert. Die Eingabe des Nutzer-Passwortes entscheidet, welche Version installiert wird. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis der Code geknackt und es möglich ist, die günstigste Variante «Home Basic» zur «Ultimate»-Version mit allen Funktionen aufzurüsten.(nz)

