netzeitung.deFilesharer wollen Insel kaufen

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Der schwedische Filesharing-Dienstleister «The Pirate Bay» will eine Flugabwehrplattform vor der englischen Küste kaufen. Die Plattform hat sich vor 40 Jahren zum unabhängigen Staat erklärt.

Der Bittorrent-Tracker «The Pirate Bay» will Sealand, eine ehemalige Plattform der britischen Luftabwehr in der Nordsee, kaufen. Das haben die Schweden am Freitag in ihrem Blog angekündigt.

Den Kaufpreis für die Plattform schätzen die Schweden auf etwa zwei Milliarden Dollar. «Das macht uns nichts aus. Wir versuchen es trotzdem!», schreiben die Piraten. Das Geld soll durch Spenden zusammenkommen. Auf einer eigens eingerichteten Website mit dem Namen «Buy Sealand.com» können P2P-Nutzer einen Obolus für den Kauf entrichten.
Datenpiraten vor der englischen Küste?
«Pirate Bay» bezeichnet sich selbst als den größten Torrent-Tracker der Welt. Ein Torrent-Tracker stellt Metadaten für den Austausch von Dateien über das «Peer-To-Peer»-Protokoll Bittorent zur Verfügung. Im vergangenen Frühjahr hatten schwedischen Behörden die Server von Pirate Bay wegen Verstößen gegen das Urheberrecht beschlagnahmt. Das schwedischen Justizministerium hatte sich den Anfragen der US-Behörden anfangs widersetzt, weil es keine Rechtsgrundlage für Beschlagnahme gegeben habe. Die schwedischen Behörden erst nachgegeben, als die USA mit Handelssanktionen im Rahmen der WTO drohten.

Das Interessante für «Pirate Bay» dürfte der Status von Sealand sein: Die Plattform liegt etwa zehn Kilometer vor der Küste der Grafschaft Suffolk im Südosten Englands. Vor 30 Jahren besetzte der ehemalige britischer Major Roy Bates die 47 mal 13 Meter große, auf zwei Betonsäulen stehende Plattform und erklärte sie zum unabhängigen Fürstentum Sealand. Der rechtliche Status der künstlichen Insel ist jedoch umstritten. Ein Urteil aus dem Jahr 1968 besagt, dass die Plattform weiterhin Eigentum des britischen Verteidigungsministeriums ist. Seit Großbritannien 1987 die Hoheitsgewässer von drei auf zwölf Meilen ausgedehnt hat, liegt Sealand auch wieder auf Hoheitsgebiet. Michael Roy, der Sohn des Besetzers, betreibt seit den Jahr 2000 einen Datenhosting-Service von der Plattform aus.

Seit Januar 2007 bietet ein spanisches Immobilienunternehmen die Insel Sealand auf seiner Website zum Verkauf an. (nz)