10. Jan 2007 15:57
Die Deutschen sind sich nicht sicher, welchen Einfluss Gewaltdarstellungen in den Medien auf Jugendliche haben. Trotzdem sind die meisten für ein Verbot.
Fast zwei Drittel der Deutschen lehnen so genannte Killerspiele ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. 60 Prozent der Befragten sprachen sich für ein Verbot dieser Computerspiele aus. Jeder Dritte hingegen hält ein Verbot für unsinnig und wirkungslos, weil sich solche Spiele ohne weiteres im Internet herunterladen lassen.Die Allensbacher Meinungsforscher befragten zwischen 1. und 12. Dezember letzten Jahres 2077 Bundesbürger ab 16 Jahren. Die Umfrage fand kurze Zeit nach dem Amoklauf an einer Schule im nordrhein-westfälischen Emsdetten statt.
Etwa jeder zweite Deutsche (48 Prozent) glaubt, unter jungen Leuten sei die Gewaltbereitschaft weit verbreitet. Allerdings sind mit 44 Prozent fast ebenso viele der Meinung, es handele sich bei Gewalttaten wie bei dem Emsdettener Amoklauf um gestörte Einzeltäter. Wie die Befragten sind sich auch Experten nicht einig über den Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf Jugendliche.Aber auch wenn der Einfluss umstritten ist: Eine breite Mehrheit der Befragten (65 Prozent) ist für ein Verbot von Gewaltdarstellungen im Fernsehen, auf Video und in Computerspielen. Nur 22 Prozent lehnen es ab. Die stärksten Gegner sind 16- bis 29-jährige Westdeutsche: 47 Prozent dieser Altersgruppe halten nichts von einem Verbot. Im Osten sind es dagegen nur 23 Prozent. (nz/ dpa)