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Upgrade auf «Vista» nicht unbedingt notwendig

08. Jan 2007 16:39
Die Oberfläche des neuen 'Windows Vista'-Betriebssystems
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Ende des Monats veröffentlicht Microsoft die neue Version seines «Windows»-Betriebssystems. Experten raten von einem schnellen Umstieg ab.

Am Sonntagabend (Ortszeit) hat Bill Gates auf der Unterhaltungselektronikmesse CES in Las Vegas die neue Version des Microsoft-Betriebssystems «Windows Vista» vorgestellt. Ab 30. Januar wird die neue «Windows»-Version in den Geschäften erhältlich sein und soll die gegenwärtige Version, «Windows XP», ersetzen.

Experten sagen allerdings, dass nur wenig Gründe für einen schnellen Umstieg sprechen. So können «XP»-Nutzer viele der Funktionen und Programme, die mit «Vista» ausgeliefert werden, schon jetzt kostenlos auf ihren Rechner laden - beispielsweise die Desktopsuche, den «Internet Explorer 7» oder das Anti-Spyware-Programm «Windows Defender».

Warten, bis Bugs beseitigt sind

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Außerdem leidet frisch auf den Markt gekommene Software häufig an Kinderkrankheiten. Peter Knaak, Computerexperte der Stiftung Warentest in Berlin, rät deshalb, mit dem Umstieg noch einige Monate zu warten, «bis die ersten Bugs beseitigt sind».

Für die neue «Windows»-Version sprechen allerdings neue Sicherheitsmechanismen. So bieten die Luxus-Versionen «Ultimate» und «Enterprise» beispielsweise die Möglichkeit, die Festplatte komplett zu verschlüsseln. Das macht Unbefugten den Zugriff auf eigenen Dateien praktisch unmöglich.

Enttäuschung wie bei «XP»?

Wer dennoch die Möglichkeit ins Auge fasst, auf seinen Rechner «Vista» aufzuspielen, solle sich allerdings genau mit den verschiedenen Varianten des neuen Betriebssystems beschäftigen, sagt Axel Vahldiek, Redakteur bei der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't». Schon bei «XP» haben die unterschiedlichen Versionen für viel Ärger bei den Kunden gesorgt: «Viele Anwender, die damals die 'Home Edition' gekauft hatten, waren überrascht, dass bestimmte Funktionen fehlten.»

Verschiedene Versionen

Ähnlich ist es bei «Vista»: Die günstigste Version etwa, «Home Basic», gibt es für 229 Euro als Vollversion. Günstiger wird es für die Besitzer eines Rechners, auf dem bereits «Windows 2000» oder «XP» laufen: Sie können für 119 Euro ein Upgrade auf «Vista» erwerben.

Bei dieser Version fehlt allerdings die neue Benutzeroberfläche mit Namen «Aero». Die ist in der nächst größeren Variante, «Home Premium» (Vollversion: 299 Euro, Upgrade: 199 Euro), enthalten. Hier fehlt noch die Verschlüsselung der Festplatte. Die gibt es erst in der 499 Euro teuren «Ultimate»-Version (Upgrade: 329 Euro), in der alle Funktionen enthalten sind.

300 Euro für Verpackung?

Wem das zu teuer ist, kann auf die so genannten «Systembuilder»-Versionen zurückgreifen. Bei denen fehlt zwar die bunte Verpackung, dafür sind sie deutlich günstiger: Die «Ultimate Version» etwa kostet dann nur noch 199 Euro. Allerdings muss sich der Kunde vorab für die 32- oder die 64-Bit-Variante entscheiden, die in den normalen Versionen beide enthalten sind.

Ein Upgrade von «Windows 2000» oder «XP» sei jedoch nicht ohne Einschränkungen möglich, sagt Experte Vahldiek und rät, sich vorab bei Microsoft über die Upgrade-Möglichkeiten informieren. Das gelte auch für Software: Laut Microsoft laufen alle Programme unter «Vista», die nach 1995 entwickelt wurden.

Tests der «c't» hätten jedoch Probleme mit Microsofts Bürosoftware «Office 97» aufgedeckt. Probleme dürften auch einige aufwendige Computerspiele machen, weil bestimmte Grafikkarten-Treiber noch fehlen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Hersteller rasch entsprechende Treiber vorhalten.

Resourcenhungrige Oberfläche

Die größte Schwierigkeit von «Vista» dürfte jedoch die neue, aufwendig gestaltete Oberfläche «Aero» sein. Eine Grafikkarte mit 64 Megabyte (MB) Speicher sei das Minimum, Microsoft-Produktmanagerin Vanessa Weihbrecht. Stabiler laufe das System mit 128 MB. «Sonst muss notfalls mit der klassischen Ansicht gearbeitet werden», räumte die Sprecherin ein. Ein Rechner mit einem Grafikchip auf der Hauptplatine reicht dagegen nicht, um «Aero» darzustellen. Zudem sollte der Computer über mindestens 512 MB Arbeitsspeicher vorfügen.

Am besten scheint eine neuen Komplettlösung – sprich: ein neuer Computer mit vorinstalliertem Betriebssystem. Das dürfte auch die günstigste Lösung sein. Allerdings wendet Stiftung-Warentest-Experte Knaak ein: «Warum soll ich mir etwas Neues kaufen, wenn das alte noch gut läuft?» (nz/dpa)

 
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