netzeitung.deDurch Technik mehr Besucher in Bibliothek

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Studentin in Bibliothek (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Studentin in Bibliothek
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Bibliothek der Universität in Karlsruhe hat alle ihre Bücher mit Funkchips ausgestattet. Das erlaubt ihr, immer geöffnet zu haben.

Studenten, besagt ein gängiges Klischee, sind Nachtmenschen. Was das Klischee jedoch verschweigt: Studenten arbeiten nach Einbruch der Dunkelheit. Zumindest in der Universitätsbibliothek in Karlsruhe, die an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr geöffnet hat. Ein Viertel der Bibliotheksbesucher schmökert zwischen sieben Uhr abends und neun Uhr morgens. Vor allem der späte Sonntag erfreut sich großer Beliebtheit beim akademischen Nachwuchs.

Die Öffnungszeiten zu nachtschlafener Zeit verdanken die Studenten im Badischen moderner Technik: Im April vergangenen Jahres hat die Universitätsbibliothek alle ihre Bücher mit Radiochips, so genannten RFID-Tags, ausgestattet. Dieses «BiblioChip» genannte System eines Schweizer Unternehmens ermöglicht das Ausleihen von Büchern rund um die Uhr ohne die Anwesenheit des Bibliothekspersonals. Die Studenten halten die mit den RFID-Tags versehenen Bücher, DVDs oder CDs vor ein Lesegerät, das den Chip ausliest und das Medium auf das Nutzerkonto einbucht. Da die Technik auf Funkübertragung beruht, können die RFID-Tags auch zum Diebstahlschutz eingesetzt werden: Wird ein Medium an einem Lesegerät am Ausgang vorbei geschmuggelt, schlägt das System Alarm.

Für die Universitätsbibliothek in Karlsruhe ist das System ein voller Erfolg: Seitdem sie es einsetzt, hat sich die Zahl der Besucher verdreifacht. Darüber, dass die Studenten auch wirklich arbeiten und keine Parties zwischen den Bücherregalen feiern, sorgt der Nachtwächter der Universität.(nz)