netzeitung.deKämpfen vor dem Computer

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Karate-Kämferinnen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Karate-Kämferinnen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sitzend am Schreibtisch mit dem Computer zu spielen war gestern: Ein neues Spiel für die Playstation 2 gibt Unterricht in Kung Fu.

Dass Computerspieler sich für Action nicht nur auf, sondern auch vor dem Bildschirm begeistern, zeigten kürzlich Berichte über Unfälle mit der neuen Spielekonsole von Nintendo. Auch Sony lockt dynamische Spieler mit neuen Produkten: Die auf der «Eyetoy»-Kamera basierenden Spiele für die Playstation 2 sollen das Klischee vom dicken Computerspieler, der gerade mal den Finger auf der Maustaste bewegt, endgültig widerlegen. «Eyetoy» ist eine kleine Kamera, die mit der Playstation verbunden ist. Sie nimmt die Bewegung der Spieler auf, der auf diese Weise seine Spielfigur steuert. Das Ende 2005 veröffentlichte Spiel «Eyetoy Kinetic» etwa animierte Spieler zu Fitness-Übungen vor dem Fernseher.

Die Fortsetzung «Eyetoy Kinetic Combat» bietet nun einen Grundkurs in asiatischer Kampfkunst, genauer in «Hung Gar»-Kung Fu. Die einzelnen Übungen basieren stilecht auf unterschiedlichen Tierstilen: Gekämpft wird zum Beispiel nach Art des Tigers, mit Hilfe der Gottesanbeterin feilt der Spieler an seiner Beweglichkeit und am Gleichgewicht. Virtuelle Trainer leiten dabei den Kampfkunst-Neuling an. Die «Eyetoy»-Kamera zeichnet die Bewegungen des Spielers auf, die die Trainer dann kommentieren. Mit etwas Übung sehen die Tritte und Schläge im Wohnzimmer dann auch recht annehmbar aus.

Das digitale Kampfkunstprogramm ist auf 16 Wochen angelegt. Wer nicht so viel Zeit in die Software investieren will oder keine Lust auf kontinuierliches Training hat, kann sich auch an einzelnen Übungen versuchen oder gegen einen virtuellen Sparring-Partner antreten. Dabei wird ein guter Mix aus sportlichen Bewegungen und Minispielen gefunden. Auf den nötigen Spielspaß muss also nicht verzichten, auch wenn das Spiel als Sportsimulation angelegt ist.

«Eyetoy Kinetic Combat» wird mit einem Weitwinkelobjektiv ausgeliefert, damit die USB-Kamera auch wirklich den gesamten Körper des Spielers erfasst. Wer noch keine Kamera besitzt, kann diese zu einem Aufpreis von 20 Euro mit dem Spiel zusammen erwerben.

Wie schon beim ersten «Eyetoy Kinetic» gilt auch für den Nachfolger: Ein Fitnessstudio und professionelle persönliche Anleitung kann die Playstation 2 zwar nicht ersetzen. Allzu weit davon entfernt ist man davon aber auch nicht mehr. Die Trainer auf dem Bildschirm überzeugen durch klare Anweisungen und Kommentare, die Erkennung der eigenen Bewegungen funktioniert gut, und die eigene Fitness, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination nimmt nach einigen Trainingssessions zu. Bevor man die 40 Euro für den Karatekurs ausgibt, sollte man tunlichst den Platz zwischen Sofa und Fernseher noch mal ausmessen. (nz/ Golem.de)