netzeitung.deStrato filtert Bilder-Spam

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Internetdienstleister Strato hat mit Wissenschaftlern der Humboldt-Universität ein Verfahren gegen eine neue Form unerwünschter Mails entwickelt. Die beiden haben bereits mehrere gemeinsame Entwicklungen zum Patent angemeldet.

Zusammen mit der Berliner Humboldt-Universität hat der ebenfalls in Berlin ansässige Internetdienstleister Strato eine neue Technik zur Abwehr unerwünschter E-Mails, so genanntem Spam, entwickelt. Statt Text enthalten die derzeit in großer Zahl verschickten Spam-Mails Bilder.

Um der Spamflut Herr zu werden haben die Partner einen Filter entwickelt, der die unerwünschten Mails über eine Art von digitalem Fingerabdruck erkennt, auch wenn sie nur aus einem Bild besteht. Während Spamfilter Textmails inzwischen rech gut identifizieren können, sind sie gegen den Bilder-Spam weitgehend machtlos. Die Filter untersuchten nur die Text-Bestandteile der Mails, könnten aber in Bildern enthaltenen Text nicht auswerten, sagt Tobias Scheffer, Professor an der Humboldt Universität.

Das von Scheffer und Strato entwickelte Fingerprinting-Verfahren erkennt Bilder an ihrem digitalen Fingerabdruck. Der setzt sich aus Eigenschaften der Bilder zusammen, zum Beispiel der Farbverteilung, dem Aufbau oder der Struktur einer Grafik. Spam-Mails, die Viagra anpreisen, haben etwa einen bestimmten Blauanteil. Die Fingerprinting-Methode erkennt, wenn Bilder mit ähnlichen Eigenschaften in großen Mengen versendet werden.

Spammer erzeugen automatisiert Millionen von Variationen ihrer Bilderbotschaft. Die Bilde sehen auf dem Bildschirm zwar fast gleich aus, unterscheiden sich aber in Details. Um jedes einzelne Bild zu analysieren, wäre eine sehr hohe Rechenleistung erforderlich. Das Erkennen der Spam-Bilder mithilfe des Fingerprinting ist dagegen einfacher. Im Zusammenspiel mit weiteren Filtermodulen, die eine E-Mail durchläuft, verspricht Fingerprinting nach Anagebn von Strato eine deutlich höhere Erkennungsrate als herkömmliche Verfahren. Unter dem Projektnamen «ServerSide Security» entwickeln Strato und Scheffer bereits seit dm jahr 2005 an verschiedenen Methoden zur Spamabwehr.

«Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen mehr Zeit auf der Suche nach versehentlich aussortierten Nachrichten im Spam-Ordner verbringen als mit ihrem Posteingang», sagt Wienholtz. «Unsere Kunden können den Spam-Ordner dank des guten Filters getrost vergessen.» Auf mehrere gemeinsame Entwicklungen haben die Partner bereits Patente angemeldet. (nz/ Golem.de)