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Holtzbrinck: StudiVZ-Gründer hat Fehler gemacht

07. Dez 2006 10:57
Deutschlands bekannteste Internet-Plattform für Studierende, das StudiVZ, hat mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Der Managing Direktor des größten Investors Holtzbrinck, Martin Weber, kann sich häufende Kritik der Nutzer verstehen.

Seit der Nacht zum Mittwoch ist das Studentenportal StudiVZ wieder online. Fünf Tage war es offline gewesen. Notwendig geworden war die Abschaltung durch immer neue Sicherheitslücken. Zum Beispiel hatte sich ein Wurm über das interne Nachrichtensystem des Portals verbreitet. Immer wieder kommt das Portal derzeit in die Negativschlagzeilen.

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  • Zum Interview mit Martin Weber
  • Die «Readers Edition» fragte beim größten Investor, der Holtzbrinck-Gruppe, nach, wie er die derzeitigen Probleme des beliebten Start-Ups sehe. Martin Weber, Managing Director von Holtzbrink Ventures, der auch im Aufsichtsrat des StudiVZ sitzt, sagte: «Es wird Meinungsvielfalt gepflegt, aber StudiVZ darf kein rechtsfreier Raum sein.» Überwachung und Kontrolle seien «eine Herausforderung, der sich die Gesellschaft und die User stellen müssen».

    Es seien von Seiten des StudiVZ «signifikante Fehler» gemacht worden. Etwa, als der Gründer und Geschäftsführer des StudiVZ, Ehssan Dariani, Videos ins Netz gestellt habe, in denen er Frauen belästigt. Ebenso fiel Dariani mit einer Geburtstagseinladung auf, die öffentlich im Internet zugänglich im Stil des Nazi-Organs «Völkischer Beobachter» aufgemacht war.

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    Dariani habe sich falsch verhalten, «sowohl was die erstellte und als Satire gemeinte Einladung als auch einige Videos angeht», so Weber im Gespräch mit der «Readers Edition». Dies sei nicht mit den Regeln von Holtzbrinck vereinbar. «Über Geschmack lässt sich streiten, aber wir dulden keine rassistischen oder diskriminierenden Verhaltensweisen.»

    Auch den Vorwurf, es könnten bei StudiVZ gezielt Daten gesammelt werden, unterstützt das Aufsichtsratsmitglied. «Ich kann die Kritik der Nutzer verstehen, was die Performanz der Plattform angeht», sagt er.

    Allerdings: «Viele Userdaten sind frei zugänglich. Das liegt im Wesen der Social Networks.» Bei StudiVZ gebe es dennoch die angesprochenen Probleme. «Ziel ist, die Userdaten so sicher wie möglich zu schützen. Auch gegen Hackerangriffe, wie wir sie in den letzten Tagen gesehen haben.»

    Trotz derzeitiger Kritik und Bedenken werde Holtzbrinck an seinem finanziellen Engagement festhalten, versicherte Weber. «Wir werden uns gemeinsam mit dem Team bemühen, den Anforderungen der Nutzer gerecht zu werden. Es wurde viel erreicht, vielleicht zu schnell. StudiVZ wird als Plattform ständig schneller und sicherer. Wir glauben an die Gesellschaft und das Konzept.» (nz)

     
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