06.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Spammer und die Hersteller von Anti-Spam-Software liefern sich ein unendliches Katz-und-Maus-Spiel. Spam-Filter werden regelmäßig ausgetrickst.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Spam-Aufkommen im E-Mail-Verkehr verdoppelt. Das berichtete die amerikanische «New York Times» online und beruft sich dabei auf die IT-Sicherheitsfirma Ironport.
Mehr als 90 Prozent der weltweit versandten E-Mails sollen demnach unerwünschte Post sein. Die meisten Spam-Filter schaffen es nicht, alle ungewollten Mails herauszufiltern, da die Absender gängige Filter- Techniken umgehen. Ein Großteil der unerwünschten Mails ist so genannter Bilder-Spam. Text wird dabei durch Bild-Dateien ersetzt, auf Texterkennung basierende Spam-Filter sind dagegen wirkungslos.
Computer gekidnapptAuch der Einsatz so genannter «Blacklists», also schwarzer Listen mit E-Mail-Adressen von Spammern reicht nicht mehr aus, um Spam zu filtern. Viele Spam-Absender kidnappen mit Hilfe von Schädlingsprogrammen fremde Computer, die dann die Nachrichten für sie verschicken. So bekommen die Kriminellen Zugriff auf unverdächtige E-Mail-Adressen und sparen gleichzeitig Kosten für das Versenden der E-Mails.
Auch die Filter-Strategie, E-Mails zu blockieren, von denen eine Große Zahl von Kopien im Netz kursiert, ist kein Erfolgs-Garant mehr. Inzwischen gibt es Spammer, die jede verschickte Mail automatisch verändern lassen, so dass sie nicht mehr als Kopien erkennbar sind.
Unerlaubte WerbungIn Deutschland ist es Unternehmen nicht gestattet, ohne vorherige Zustimmung des Verbrauchers Werbemails zu verschicken. Landen trotzdem Werbemails im Postfach, können die Unternehmen juristisch belangt werden. Beim Eintreffen einer ungeforderten Werbe-Mail kann der Inhaber des E-Mail-Kontos eine Unterlassungserklärung des werbenden Unternehmens fordern. Ignoriert das Unternehmen die Aufforderung, kann es zu einer Strafzahlung verpflichtet werden.
Gegen Spam hilft dies jedoch nur begrenzt: Die meisten Spam- Versender sind nicht zu belangen, da sie ihre Unternehmen und Server in Ost-Europa, Asien und Afrika haben. (nz)