netzeitung.deExperten suchen Lücken von Windows Vista

 Herausgeber: netzeitung.de

Werbung von Windows Vista (Foto: microsoft.com<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Werbung von Windows Vista
Foto: microsoft.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sicherheitsexperten gehen aus, dass es allenfalls eine Frage der Zeit ist, bis die Schwachstellen von Windows Vista gefunden sind. Erste Tests ergaben, dass einige Würmer problemlos in das System eindringen können.

Microsoft nennt das seit Donnerstag zumindest für Unternehmen im Verkauf befindliche neue Betriebssystem Vista das sicherste Windows aller Zeiten. Eine Aussage, die Hacker und IT-Experten in Zweifel ziehen.

«Vista wird auf jeden Fall sicherer sein als Windows XP Service Pack 2 und am Anfang wird das System wahrscheinlich ähnlich sicher sein wie Linux und Apples OS X, doch wird es auch das Ziel beständiger Angriffe sein», sagte Mikko Hypponen, Chef-Entwickler der finnischen Sicherheits-Software-Firma F-Secure der britischen Zeitung «The Guardian».
Schädlinge bringen Geld
Auch David Emm, leitender Entwickler der russischen Anti-Virus-Firma Kaspersky Lab glaubt nicht, dass Vista wirklich völlig sicher sein wird. «Die meisten Schädlinge werden programmiert, um Informationen zu stehlen und diese zu Geld zu machen», sagte er dem Blatt. Deshalb würden die Programmierer von Schädlings-Programmen nicht aufhören, sondern einfach weiterprobieren, bis sie die Lücke gefunden haben.

Die Sicherheits-Firma Sophos hat im vergangenen Monat die am weitesten verbreiteten Viren und Würmer an Vista getestet. Immerhin drei der zehn schlimmsten Schädlinge konnten in das neue Windows-System eindringen.

Abgeschirmter Raum
Im Vergleich zum Vorgänger XP hat sich aber trotzdem einiges getan: So funktioniert der Internet-Explorer unter Vista quasi in einem abgeschirmten Raum. Wenn ein Schädling über den Explorer eindringt, glaubt das Programm, bereits das System erreicht zu haben und unternimmt keinen weiteren Vorstoß.

Auch gibt es unter Vista keine Administratoren-Konten mehr, über die das ganze System verändert werden kann. Bei älteren Windows-Versionen hatte es sich zu einem Sicherheitsrisiko entwickelt, wenn die Nutzer mit solchen allumfassenden Rechten im Internet surften.

Kein Allmacht mehr
Vista zwingt die Nutzer dazu, verschiedene Konten mit unterschiedlichen Rechten anzulegen. Zwar haben die Anwender weiterhin Administrator-Rechte, doch müssen sie jedes Mal zustimmen, bevor eine Änderung ausgeführt wird.

Nutzer sollten sich dennoch nicht auf die Sicherheit von Vista verlassen, wie der Viren-Test von Sophos zeigt. Die großen Sicherheitsfirmen wollen bis Januar 2007 mit Vista kompatible Software auf den Markt bringen. MacAfee ist die einzige große Software-Firma, die bereits jetzt Sicherheits-Tool für das lange erwartete System anbieten kann. (nz)