30.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Werbebild von Nikes iPod-Schuhen
Foto: Nike
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nike und Apple haben ein System entwickelt, mit dem Läufer ihre sportlichen Leistungen überprüfen können. Diebe, eifersüchtige Ex-Partner und findige Geschäftsleute könnten ebenfalls davon profitieren.
Läufer, die ihre sportlichen Leistungen mit Nike-Turnschuhen und dem iPod Sport Kit überprüfen, könnten ungewollt von Dritten überwacht werden. Das geht aus einem bislang unveröffentlichten Bericht der Universität von Washington hervor, wie die amerikanische IT-Website «Wired News» online berichtet.
Um ihre Geschwindigkeit zu messen, befestigen Sportler einen RFID-Chip an den Sohlen ihres Nike-Schuhs. Der Chip sendet ein unverschlüsseltes Signal an den iPod Nano, der Geschwindigkeit und Länge der gelaufenen Strecke anzeigt.
Standort ermittelnDiese Signal könne ungewollt auch von Geschäften, Stalkern oder Einbrechern aufgefangen werden, die so den genauen Standort des Schuhbesitzers ermitteln können. Schließlich sende der Chip nach Angaben der Wissenschaftler mit rund 20 Metern ungewöhnlich weit.
Gleichzeitig sende der Chip seine ID-Nummer an jeden «Nike+iPod»-Empfänger. Durch eine einfache Manipulation eines solchen Empfängers könnten Unbefugte sich ein einfaches Überwachungsgerät basteln.
Ein eifersüchtiger Ex-Freund könnte beispielsweise einen manipulierten Empfänger in der Nähe der Haustür seiner Ex-Freundin anbringen, um zu erfahren, wann sie zu Hause ist. Er könnte sich die Daten per SMS übertragen lassen oder den Standort über Google Maps feststellen. Marktforscher könnten wiederum überwachen, wie oft Nike-Jogger einkaufen oder ins Kino gehen.
Nach Angaben der Forscher gibt es eine einfache Lösung für das Problem: Die Chips dürften ihre Daten ausschließlich an ein bestimmtes Lesegerät übermitteln. (nz)