netzeitung.deBezahltes Warten auf die PS3

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Eine der ersten Besitzerinnen der PS3 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eine der ersten Besitzerinnen der PS3
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der von Fans herbeigesehnte Verkauf der Playstation 3 in Japan hat den gezielt vorbereiteten Ansturm gebracht: Viele der seit Tagen vor den Läden Wartenden werden dafür von reichen Geschäftsleuten bezahlt.

In der japanischen Hauptstadt haben sich zum Verkaufsstart der Konsole Playstation 3 zahlreiche Menschen um die lediglich 100.000 Exemplare geschlagen, die Sony für den ersten Verkaufstag zur Verfügung gestellt hatte. Die waren dann auch nach wenigen Stunden ausverkauft.

Die Leute, die tagelang frierend vor den Läden in Tokio warteten, waren allerdings laut US-Medien zu großen Teilen Chinesen.

Kurz vor sieben Uhr morgens hielten Sony-Mitarbeiter laut US-Medien eine kleine Ansprache vor der wartenden Gruppe. Schnell sei deutlich geworden, dass kaum jemand die Worte des Mitarbeiters verstand. Als der erste offizielle PS3-Besitzer interviewt werden sollte, habe er nicht auf Fragen antworten können, heißt es. Die Gruppe habe hauptsächlich aus älteren chinesischen Männern und jungen chinesischen Frauen bestanden.
Frustrierend für die wahren Fans
Die Erkenntnis war laut Berichten der Website für Spielenews «kotaku.com» frustrierend für viele wartende Fans: Die Mehrheit der Wartenden habe nicht aus den größten Konsolen-Fans bestanden, sondern aus von japanischen Geschäftsleuten bezahlten Chinesen. Diese hätten auf die begehrten Objekte gewartet, damit ihre Arbeitgeber sie dann später übers Internet meistbietend verkaufen konnten.

Nicht alle warteten friedlich bis sieben Uhr früh vor den Verkaufsstellen, nachts um drei kam es laut US-Medien zu Rangeleien, weil der Sicherheitsdienst die seit Tagen Wartenden davon abhielt, eine Schlage vor dem Shop zu bilden. Als es dann doch erlaubt wurde, seien einige Menschen zu Boden geschubst worden, heißt es. Brillen gingen kaputt und die Polizei musste gerufen werden.
Gedrängel und Panik
Durch das Gedrängel sollen viele, die hinten in der Schlange standen, weiter nach vorne geraten sein, während andere sagten, sie seien ans Ende der Schlange gedrängt worden. Ein chinesischer Mitarbeiter des Ladens musste laut «kotaku.com» zum Megafon greifen und den Leuten die Anweisungen auf Chinesisch erklären. Ein alter Mann soll an der Kasse in Panik geraten sein, weil er noch nicht das Geld seines «Freundes» hatte, um die Konsole zu bezahlen. Beobachter werten das als Vorsichtsmaßnahme der Auftraggeber.

Die geringe Startauflage von 100.000 Exemplaren der PS3 war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Sony hatte absichtlich so wenig Exemplare für den Start geplant, um für lange Warteschlangen und Ausverkaufsmeldungen zu sorgen. Davon profitierten letztlich weniger die Konsolen-Fans als diejenigen, die rein wirtschaftlich an der PS3 interessiert waren.(nz)