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«Big Brother» zieht bei «Second Life» ein

07. Nov 2006 13:59
Szene aus 'Second Life'
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Eine Online-Version des Reality-TV-Formats «Big Brother» soll in der virtuellen «Second Life»-Welt starten. Viele Unternehmen und Medien haben bereits virtuelle Niederlassungen.

Das Fernsehformat «Big Brother» will seine Kandidaten jetzt auch in der virtuellen Welt «Second Life» der ständigen Beobachtung aussetzen - mit der Aussicht auf Belohnung. In der virtuellen Welt gibt es wie in der realen die Trennung zwischen privaten und öffentlichen Bereichen.

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Fünfzehn internationale «Second Life»-Bewohner werden gemeinsam ein Glashaus in der virtuellen Welt beziehen und bis zu acht Stunden täglich zu beobachten sein. Über die Dauer eines Monats wird Berichten der «BBC News» zufolge ein virtueller Kandidat nach dem anderen von den Zuschauern rausgewählt, bis ein Gewinner übrig bleibt.

Um nicht sofort auszuscheiden zu werden, sondern die eigene Figur im «Big Brother»-Haus für die Zuschauer attraktiv zu machen, müssen die realen Spieler hinter den Avatar genannten Charakteren ihre Figuren möglichst interessant agieren lassen - und dementsprechend viel Zeit online verbringen.

Virtueller Privatbesitz

Der Sieger erhält laut BBC eine virtuelle Insel in «Second Life». Dort hat der Avatar dann die Möglichkeit, seine wiedererlangte Privatsphäre zu genießen, denn Privatbesitz darf in «Second Life» nur von ausgewählten Personen betreten werden – oder von niemandem, wenn es der Besitzer nicht will.

Mit über 1,2 Millionen registrierten Nutzern ist «Second Life» das größte der derzeit sehr beliebten Meta-Universen. Im Gegensatz zu Fantasy-Welten ist «Second Life» der realen Welt sehr ähnlich. Die Währung nennt sich Linden Dollar, benannt nach dem Erfinder und Softwarehersteller Linden Lab. Sie kann gegen echte Devisen eingetauscht werden.

Turnschuhe mit virtuellen Streifen

135,5 Millionen Linden Dollar mit einem Gegenwert von 500.000 realen Dollar gehen täglich durch die virtuellen Hände der Spieler. Mit ihrem Geld können die Spieler alles erwerben, was sie sich leisten können: von T-Shirts der Marke America Apparel über einen Sheraton-Hotel-Aufenthalt bis hin zu Adidas Turnschuhen.

Expandierender virtueller Zeitungsmarkt

Bei soviel Popularität dürfen die Medien natürlich nicht fehlen. Nachdem die Nachrichtenagentur Reuters bereits einen Korrespondenten nach «Second Life» geschickt hat, der gelegentlich von den Geschehnissen in der virtuellen Welt berichten will, zieht nun die «Bild»-Zeitung nach und will ein Blatt anbieten, dass täglich in englischer Sprache über Klatsch, Tratsch, Politik und Wirtschaft berichten und für maximal 15 Linden Dollar in «Second Life» zu angeboten werden sein soll.

Die realen Menschen hinter den Avataren erhalten das virtuelle Druckerzeugnis als PDF-Datei per E-Mail. Zunächst wird aber erst mal ein virtuelles Verlagsgebäude errichtet – mit ausreichend Linden Dollar ist in «Second Life» alles möglich. Schließlich ist das Immobiliengeschäft verantwortlich für den derzeitigen Wirtschaftsboom in der 3D-Welt. (nz)

 
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