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Briten werden am meisten überwacht

30. Okt 2006 13:19
Überwachungskamera
Datenbanken und Überwachungskameras sind fester Bestandteil des Überwachungsapparats westlicher Staaten geworden. Von Briten existieren im Vergleich zu anderen besonders viele Fotos und andere Aufzeichnungen.

An öffentlichen Orten werden Bürger über hundert mal am Tag von Kameras fotografiert und ihre Gewohnheiten durch ein enges Netzwerk aus Datenbanken dokumentiert. Ein vom britischen Informationsbeauftragten Richard Thomas in Auftrag gegebener Bericht hat jetzt ergeben, dass, im Vergleich mit anderen westlichen Staaten, die Briten ganz besonders gründlich kontrolliert werden – und zwar ohne dass sie sich dessen bewusst sind.

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  • «Die meisten dieser Überwachungssysteme gehören zum öffentlichen Sektor und die Individuen haben keine Wahl, ob sie überprüft werden wollen oder nicht – es passiert, ohne das sie es wissen», so Thomas laut der Online-Ausgabe der britischen Zeitung «Times». «Sie wissen zu Beispiel nicht, dass jede Website, die sie ansurfen, dokumentiert und ebenso wie die realen Orte, an denen Sie sich aufhalten, gespeichert wird.»

    Der Bericht wurde von Überwachungsspezialisten und Akademikern erstellt und ergab, dass der typische Brite bis zu 300 mal pro Tag von einer der 4,2 Millionen Kameras im britischen öffentlichen Raum erfasst wird. Außerdem wird neben der Überwachung der Internet-Gewohnheiten auf die verstärkte Kontrolle von Nummernschildern aufmerksam gemacht, durch die die Urlaubsziele der Briten dokumentiert werden.

    |Fahrlässiger Umgang mit Kundendaten

    Thomas berichtet außerdem, dass er und sein Büro gerade wegen Fahrlässigkeit gegen das britische Postamt und die Bank-Unternehmen HSBC, NatWest und die Royal Bank of Scotland ermitteln. Die Unternehmen müssen mit hohen Strafen rechnen, sollten sie der fahrlässigen Veruntreuung sensibler Daten ihre Kunden überführt werden.

    «Das alles sind nicht nur Verstöße gegen die Privatsphäre. Es besteht außerdem die Gefahr, dass falsche Informationen gespeichert werden, Fehler entstehen, oder Informationen unzulässigerweise zu lange aufbewahrt werden», sagte Thomas und führte als Beispiel an, dass ein Mann einen Job nicht bekommen hat, weil er laut gespeicherter Daten als pädophil galt.

    Eine Schul-Mitarbeiterin hatte Äußerungen der Tochter des Mannes fehlinterpretiert und der Schulleitung gemeldet. Obwohl der Fall sofort wieder geschlossen wurde, galt der Mann fünf Jahre später immer noch als möglicher Sexualtäter. (nz)

     
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