netzeitung.deMyspace soll chinesisch werden

 Herausgeber: netzeitung.de

Rupert Murdochs News Corporation will mit der Community-Site Myspace nach China expandieren. Es wäre nicht das erste Internet-Unternehmen, dass deswegen in die Kritik gerät.

Nachdem im vergangenen Jahr der US-Medieninvestors Rupert Murdoch die Community-Site Myspace für 580 Millionen Dollar gekauft hat, plant er nun einen Ableger der Website in China. China ist mit 123 Millionen neben den USA das Land mit den meisten Internetnutzern.

Allein Myspace soll laut News Corporation in den USA bereits 100 Millionen Nutzer haben, die dort unter anderem bloggen und ihre Fotos online stellen. Murdoch plant nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung», in China mit verschiedenen regionalen Partnern zu kooperieren und habe seine Frau Wendi Deng damit beauftragt, die politischen Verhandlungen und die Markteinführung zu übernehmen.

Die Zensur diverser ausländischer Websites durch die chinesische Regierung sorgten in den vergangenen Monaten ebenso für internationale Kritik wie die bekannt gewordenen Fälle von abgeschalteten chinesischen Blogs und Websites, die angeblich politisch gefährlich gewesen sein sollen.

Besonders aber gerieten die Internetkonzerne Google und Yahoo in die Kritik. Zum einen, weil Google, um eine chinesische Version ihrer Suche realisieren zu können, sich mit einer zensierten Version zufrieden gibt. Zum anderen soll Yahoo wiederum Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiter gegeben haben.

Wie eine Internetplattform wie das soziale Netzwerk Myspace funktionieren wird, wenn damit gerechnet werden muss, dass sie von den chinesischen Behörden kontrolliert wird, wird wohl unter anderem von dem Verhandlungsgeschick von Frau Deng abhängen. (nz)