netzeitung.deInternet-Explorer 7 erschienen

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Internet Explorer 7 auf dem Bildschirm (Foto: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Internet Explorer 7 auf dem Bildschirm
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein halbes Jahrzehnt hat Microsoft sich Zeit gelassen, um eine neue Browser-Version zu veröffentlichen. Orientiert haben sich die Entwickler an der Konkurrenz.

Microsoft hat nach fünf Jahren eine neue Version seines Internet Explorers für die Darstellung von Web-Seiten bereit gestellt. Der Internet Explorer 7 bietet neue Sicherheitsfunktionen, eine übersichtlichere Oberfläche und eine intelligente Einbindung von RSS-Feeds, also ständig aktualisierte Listen von aktuellen Beiträgen eines Internet-Angebots.

Nach fünf Testversionen in den vergangenen 14 Monaten wurde die fertige Fassung der Software am Donnerstag zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt - zunächst nur auf Englisch. In letzter Minute änderte Microsoft noch die Upgrade-Routine. Die Anwender werden nun vor die Wahl gestellt, ob sie als Standard-Suchmaschine die Datenbank von Microsoft haben wollen oder ein Konkurrenzangebot wie Google oder Yahoo bevorzugen.

Marktanteile stabilisieren
Microsoft hofft, mit dem Internet Explorer 7 seinen zuletzt leicht bröckelnden Marktanteil im prestigeträchtigen Browser-Wettbewerb stabilisieren zu können. Der von einem Open-Source-Projekt entwickelte Firefox hat seinen Anteil auf mehr als zehn Prozent ausweiten können, hier erscheint in Kürze die Version 2.0. An dritter Stelle folgt Opera, Browser der gleichnamigen norwegischen Firma.

Der Internet Explorer ist Teil des Betriebssystems Windows. Ab November soll die neue Version des Browsers nach Angaben von Microsoft auch über das automatische Windows-Update installiert werden.

Tabbed Browsing möglich
Der Internet Explorer 7 unterstützt wie Firefox und Opera das «Tabbed Browsing», das Öffnen mehrerer Web-Seiten innerhalb eines Browser-Fensters. Auf Tastendruck werden alle Web-Seiten mit ihrer jeweiligen Miniaturdarstellung angezeigt. Um Platz für das Tabbing zu schaffen, wurde die Bedienoberfläche komplett umgestaltet. Die wesentlichen Funktionen werden nun über Kontextmenüs erledigt und einzelne Menüpunkte stehen am äußeren Rand der Tab-Toolbar.

Innerhalb eines Browser-Fensters sind weitere Unterfenster möglich, die sich als so genannte Gruppe als Lesezeichen abspeichern lassen. Hierbei werden alle Lesezeichen in einem Verzeichnis abgelegt.

Darstellung von RSS-Feeds
Zu den auch schon bei anderen Browsern vertrauten Funktionen gehört ein kleines Texteingabefeld für die Internet-Suche. Die Software vereinfacht auch den Bezug und die Darstellung von RSS-Feeds, wie sie vor allem von Informationsportalen genutzt werden.

Microsoft benutzt dabei ein anderes System als die Konkurrenten. Die Feed-Lesezeichen listen die neu hinzugekommenen Einträge nicht direkt auf, sondern öffnen beim Klick auf das Feed-Lesezeichen eine Webseite mit dem aktuellen Datenbestand. Es gibt keine Benachrichtigung, wenn Feeds neue Inhalte aufweisen.

Webseiten mit Feed-Unterstützung lassen das Feed-Icon in der Tab-Toolbar aufleuchten. Wie bei anderen Browsern genügt ein Klick auf das Feed-Icon, um neue Inhalte zu abonnieren.

Neues Sicherheitskonzept
Nach zahlreichen Mängeln des Vorgängers verfolgt Microsoft mir dem Internet Explorer 7 ein grundlegend neues Sicherheitskonzept. Die Anwender sollen beim Browsen im Web so weit wie möglich vor Gefährdungen geschützt werden. Dazu hat Microsoft eine «Weiße Liste» mit etwa 100.000 meist besuchten und vertrauenswürdigen Internet-Domains integriert.

Sobald eine Adresse außerhalb dieser Liste aufgerufen wird, schickt der Browser ein kleines Datenpaket an einen Microsoft-Server. Dort wird überprüft, ob die Adresse auf einer «Schwarzen Liste» mit bekannten Phishing-Sites steht - das sind Web-Sites, die das Aussehen eines kommerziellen Internet-Angebots imitieren, um mit betrügerischer Absicht den Nutzer zur Eingabe seines Passworts und anderer vertraulicher Daten zu bewegen.

Weitere Sicherheitsfunktionen des Browsers sind nur in Verbindung mit dem neuen Betriebssystem Windows Vista wirksam, das für Unternehmen ab November und für Privatanwender im Januar erwartet wird. Der Internet Explorer 7 ist fester Bestandteil von Windows Vista. Von Windows-Versionen vor Windows XP wird der neue Browser nicht unterstützt. (nz / Golem.de)