18.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ausgangspunkt der geplanten Download-Plattform: die ZDF-Mediathek
Foto: Screenshot nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der britische TV-Sender BBC hat es vorgemacht, das ZDF macht es nach: Um auch in Zukunft die Nähe zu den Nutzern halten zu können, will der öffentlich-rechtliche Sender seine Mediathek online stellen.
Der neue Leiter der Hauptredaktion Neue Medien des ZDF, Robert Amlung, hat auf den Medientagen in München angekündigt, er wolle das Videoarchiv des Mainzer Senders zur freien Verwertung öffnen zumindest teilweise. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung».
Grundsätzlich gibt es eine solche Plattform bereits: Von der ZDF-Mediathek können rund 50.000 ZDF-Programmausschnitte abgerufen werden, das erfolgreichste Einzelvideo dieses Sommers war Walter Moers Comicpersiflage auf Hitler: «Ich hock in meinem Bonker». Allerdings können die - durch die Rundfunkgebühr - bezahlten Beiträge bis jetzt von den Nutzern nicht weitergegeben werden. Genau das soll sich ändern. «Der mündige Bürger», so zitiert die SZ Amlung, solle bereits bezahlte Inhalte auch weiterverwenden dürfen, sofern damit kein Geld verdient und keiner Kampagne geholfen werden solle.
Amlung hofft durch eine Freigabe der Nutzungsrechte auf einen Werbeeffekt für das ZDF. Ein solcher stellt sich demnach ein, wenn ein ZDF-Video zum Beispiel auf dem Portal YouTube zu sehen ist, dann weiterverschickt wird und letztlich das ZDF so vor allem jüngeren Nutzern bekannter wird und attraktiver scheint.
Allerdings hält das ZDF in einem solchen Fall auch ähnliche rechtliche Streitfragen wie YouTube für möglich. Denn die Beiträge des Senders haben, wie die Youtube Laienvideos auch, häufig mehrere Urheber und die Rechtslage sei «schwierig», sagte Amlung der SZ.
Viele der ZDF-Videos sind fremdproduziert. Der Mainzer Sender besitzt dafür keine Rechte. Amlung denkt deshalb vor allem an Sendungen wie «heute», doch auch hier gebe es noch zu klärende Fragen, räumt er ein.
Vorbild BBCBereits im vergangenen Jahr hat die britische BBC einen Großteil ihres Archivs unter der Creative-Commons-Lizenz, unter der auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia ihre Artikel veröffentlicht, zur freien Verfügung gestellt. Nach diesem Open Source-Prinzip können die Nutzer mit den Beiträgen machen was sie wollen solange der Urheber erkennbar bleibt und kein kommerzieller Zweck verfolgt wird.(nz)