16.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Kunst oder Fälschung?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Zeiten, in denen Kunstfälschungen erst nach langer Experteninspektion erkannt werden können, sind womöglich vorbei. Ein neues Software-Programm soll per Mausklick den Künstler eines Gemäldes bestimmen können.
Eine neue digitale Identifikationstechnik soll den Stil von Künstlern und damit auch Fälschungen ihrer Kunstwerke erkennen können. Die Software «Authentic» kann angeblich laut «New Scientist» sogar die Bilder einzelner Künstler datieren.
«Wir versuchen, einen Kunstexperten zu reproduzieren, der den realen in seiner Arbeit unterstützen und deren Vorgehensweise adaptiert», sagte Igor Berezhnoy von der Universität im holländischen Maastricht. Bisher ist die Software allerdings noch auf Vincent Van Gogh-Gemälde spezialisiert.
Berezhonoy hat gemeinsam mit Kollegen das Künstler-Erkennungssystem entwickelt, indem sie eine Software auf den Gebrauch von Farben, Pinselstrichen und Leinwandtypen in über 180 Van Gogh-Gemälden anwandten und trainierten. Ein willkommenes System zur Unterstützung von Kunstexperten, für die das Entdecken von Fälschungen bei geschätzten 15 Prozent der zum Verkauf stehenden Kunst, die möglicherweise nicht echt ist, selbst zur Kunst geworden ist.
Zunahme von Farbe erkannt In einem ihrer Tests untersuchte das Forscherteam zum Beispiel Van Goghs Gebrauch der Komplementärfarben rot-grün und blau-gelb zur Betonung von Konturen. Nachdem 145 digitalisierte Bilder in Pixel unterteilt, auf ihren Farbgebrauch hin untersucht und mit ähnlichen Pixeln verglichen wurden, war das System in der Lage, dem Künstler eigene Mal-Techniken zu erkennen. Die Software vermochte sogar, einen zunehmenden Gebrauch von Komplementärfarben in Van Goghs produktivster Schaffensphase zwischen 1885 und 1890 festzustellen.
«Wir glauben, dass eine unbewusste Signatur der Maler existiert», sagte Berezhnoy, und darauf trainiert er auch seine Software. Inzwischen hat er ihr ein Netzwerk hinzugefügt, dass den Pinselstrich Van Goghs erkennen soll. Bis jetzt hat «Authentic» in Tests ebenso gut abgeschnitten wie 15 menschliche Experten, denen jeweils ein Bildsegment zur Analyse vorgelegt wurde.(nz)