13.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
US-Soldaten im Irak
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In prekären Verhandlungen darf es Dolmetschern nicht an Vertrauenswürdigkeit mangeln. Das US-Militär sucht deshalb nach einer technischen Lösung.
In Zukunft könnte eine Computer-Software arabischsprachige Dolmetscher in Krisensituationen ablösen. Das berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN am Donnerstag auf seiner Internetseite.
So habe das amerikanische Militär im Laufe des Jahres den Einsatz von Laptops mit einer Dolmetscher-Software getestet. Wenn jemand in das Mikrofon des Computers spräche, würde das Programm das Gesprochene übersetzen und über Lautsprecher auf Arabisch wiedergeben.
Maschinen statt MenschenWenn die Software nicht richtig erkannt habe, was gesagt wurde, könne der Sprecher unter verschiedenen Versionen auswählen.
Der Ansatz, Maschinen anstatt Menschen übersetzen zu lassen, ist für das amerikanische Militär nicht neu. So würden die Truppen in Afghanistan einen kleinen Sprachcomputer nutzen, der ausgewählte Sätze wie «Raus aus dem Auto» ausspreche.
Geräte nur im Büro getestetDie neue Software Mastor aus dem Hause IBM sei dagegen nicht auf vorher ausgewählte Sätze beschränkt, sondern würde eine echte Kommunikation ermöglichen. Allerdings seien die Geräte bislang nur in Büroräumen im Irak getestet worden und nicht an den Kampfschauplätzen. Der Lärm dürfte die Spracherkennung der Computer erschweren.
Wayne Richards, der das Projekt für das US-Militär überwacht, glaubt deshalb, das System können frühestens 2009 zum Einsatz kommen. Mastor gibt es auch für Mandarin. IBM hoffe, künftig auch andere Sprachen in das System zu integrieren, so dass das System nicht nur für militärische, sondern auch touristische Zwecke genutzt werden könne. (nz)