Papiertapete absorbiert Elektrosmog
10. Okt 2006 16:54
 |  Grünen-Demo gegen Elektrosmog | Foto: dpa |
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Elektrosmog kann Kopfschmerzen und Schlafstörungen verursachen. Ein neu entwickeltes Papier soll die ungewünschte Belastung beseitigen.
Wissenschaftler der Technischen Universität Ilmenau haben ein Material entwickelt, das die Elektrosmog-Belastung in Wohnräumen eindämmen soll. Künftig sollen Tapeten aus dem speziellen Papier hergestellt werden.Damit könnten hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie durch Mobilfunk, WLAN- oder Radarstrahlung entstehen, eliminiert werden, behaupten die Forscher.
Probleme für Menschen und Geräte
«Bei den bereits existierenden Materiallösungen wird die Strahlung von der Schutzschicht in den Raum reflektiert. Dadurch werden zwar angrenzende Räume und Zimmer geschützt. Im abgeschirmten Raum selber kann es dadurch aber zu zusätzlichen Interferenzen und somit zu Problemen für Anwesende und bei Geräten kommen», sagt Projektleiter Bernd Halbedel vom Institut für Werkstofftechnik an der TU Ilmenau. Das neu entwickelte Spezialpapiers werde dagegen die elektromagnetische Strahlung absorbieren. Zudem sei das Material im Vergleich zu elektrisch leitfähigen Abschirmmaterialien wesentlich einfacher zu handhaben und könne wie eine normale Tapete angebracht werden, so Halbedel. Aus Sicherheitsgründen müssen herkömmliche leitfähige Abschirmmaterialien nämlich geerdet oder mit einem Berührungsschutz versehen werden.
Ergebnisse auf Messe präsentiert
Halbedel zufolge will man mit dem neuen Material vor allem elektrosensible Heimanwender ansprechen, die beispielsweise beim Schlafen unter der elektromagnetischen Belastung leiden. Neben dem Verkauf über den Fachhandel sollen vor allem auch Fertighaus-Anbieter dazu beitragen, die Spezialtapete unter die Leute zu bringen. Erste Ergebnisse, die in Zusammenarbeit mit dem Papiertechnischen Institut München entstanden sind, präsentieren die Forscher ab Dienstag, auf der Materialforschungsmesse Materialica in München. (nz)