Virtuelle Ermordung von George W. Bush
US-Präsident George W. Bush soll nicht nur in einem derzeit in Hollywood umstrittenen Film-Projekt entführt werden. In einem Computerspiel - «Quest for Bush» (Jagd auf Bush) wird er sogar ermordet.
Die meisten Programme sind für arabische Jugendliche leicht zugänglich und meist kostenlos im Internet herunter zu laden. Zwei ausgekoppelte Werbeclips auf der gerade von «Google» übernommenen, populären Internet-Video-Seite von
«YouTube» hatten für sofortige Popularität gesorgt und waren innerhalb weniger Tage 11.000 Mal angeklickt worden.
«Es ist ein sehr bizarrer Ping-Pong-Dialog entstanden», sagt Ed Halter, Autor des im Mai in den USA erschienen Fachbuches «Krieg und Videospiele». Kaum komme ein westliches anti-islamisches Spiel auf den Markt, erscheine kurze Zeit später ein entsprechend anti-westliches Spiel. «Das Beunruhigende daran ist, dass der Dialog nur aus dem kleinsten gemeinsamen Nenner besteht, nämlich
aus Hass und Gewalt.»
Er selbst hat mit Afkar Medien im Jahr 2002 ein Spiel entwickelt, das die erste Intifada durch die Augen eines Palästinenserjungen behandelt und das israelische Soldaten dabei zeigt, wie sie palästinensische Kinder töten. «Unsere Spiele sind keine Propaganda, sie zeigen nur, wie unsere Vergangenheit und Gegenwart aussehen. Wir wollen versuchen, unsere Sicht der Dinge zu zeigen», rechtfertigt sich Kasmiya. Reich geworden ist er damit noch nicht.
Jesse Petrilla, Chef der kalifornischen Spiele-Firma «Petrilla Entertainment» und Autor des Spiels «Quest for Saddam», hat wenig Verständnis für die Bedürfnisse der arabischen Kollegen. 2005 gründete der 23-Jährige das «United American Committee», eine Organisation zur Erinnerung der Amerikaner an die Bedrohung, die vom radikalen Islamismus ausgehe. Kürzlich hängte seine Gruppe
daher eine Osama-bin-Laden-Puppe an die Moschee im kalifornischen Culver City. Seine neueste Antwort im Schlagabtausch der Computer-Krieger: Er will «Jagd auf Saddam» künftig kostenlos anbieten. (KNA)

