netzeitung.deMicrosofts Deutschlandchef geht im Streit

 Herausgeber: netzeitung.de

Lupe Microsofts Deutschlandchef geht im Streit

Aufruhr bei Microsoft: Ab sofort wird ein neuer Manager die deutsche Niederlassung leiten. Deutschland-Chef Gallmann wollte sich nicht von der Konzernzentrale überwachen lassen.

Der Chef von Microsoft Deutschland, Jürgen Gallmann, verlässt den Softwarekonzern zum Jahresende. Das teilte das Unternehmen am Freitag in München mit.

Gallmann habe um Auflösung seines Vertrags wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Ausrichtung von Microsoft in Deutschland gebeten. Der Manager wollte die deutsche Niederlassung weiter ausbauen.
Wenig Spielraum
Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, Gallmann habe sich nicht damit abfinden wollen, dass der Spielraum für die deutsche Microsoft-Niederlassung von der Konzern-Zentrale in Redmond im US-Bundesstaat Washington immer stärker eingeengt werden sollte.

In einer E-Mail von Gallmann an die Microsoft-Mitarbeiter, die der Agentur vorliegt, heißt es: «Die starke Verlagerung von Entscheidungsspielräumen in die Corporation, mehr aber das darin zum Ausdruck kommende gewandelte Verständnis der Rollen von Muttergesellschaft und der Microsoft Deutschland GmbH haben mich veranlasst, diesen Schritt zu gehen.»

Ballmer bedauert die Entscheidung
Der frühere Vizepräsident von IBM hatte Microsoft Deutschland seit November 2002 geleitet. Unter seiner Führung wuchs die Zahl der Mitarbeiter des deutschen Ablegers von 1500 auf fast 2000 an. Gleichzeitig war er auch Vizepräsident für die Geschäfte des Software-Konzerns in der Region Europa, Naher Osten und Afrika zuständig.

Microsoft-Chef Steve Ballmer sagte, er bedauere sehr, dass Gallmann das Unternehmen verlasse und dankte ihm für seinen Einsatz. «Wir werden auch in Zukunft freundschaftlich verbunden bleiben», sagte er.

Die deutsche Microsoft- Niederlassung soll übergangsweise von Klaus Holse Andersen geleitet werden. Er übernehme die Leitung von Microsoft Deutschland mit sofortiger Wirkung, wie es hieß. (nz/dpa)