05.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wahlcomputer in Neuss
Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wahlmaschinen werden in des USA, Brasilien und den Niederlanden flächendeckend eingesetzt. Manipulationen sind bei ihnen keinesfalls ausgeschlossen, wie der Chaos Computer Club nachwies.
Die niederländische Bürgerinitiative Wir vertrauen Wahlcomputern nicht hat sechs Wochen vor den Parlamentswahlen einen Wahlcomputer offenbar erfolgreich manipuliert.
Wie ein holländischer Fernsehsender dokumentierte, lieferte der betroffene Wahlcomputer bei der Auszählung der Stimmen ein verfälschtes Wahlergebnis.
Vor laufender Kamera führte die Gruppe vor, wie sie das Steuerungsprogramm des Wahlcomputers einfach durch den Wechsel zweier Bauteile austauschte. Um an die Bausteine zu gelangen, mussten die Aktivisten lediglich einige Gehäuseschrauben lösen. Sie brauchten für den Austausch nur fünf Minuten.
Derartige Manipulationen seien weder für Wähler noch für Wahlvorstände erkennbar, hieß es in der Sendung.
Chaos Computer Club fordert VerbotIn Deutschland werden fast baugleiche Nedap-Wahlcomputer eingesetzt. Die Initiative Wir vertrauen Wahlcomputern nicht arbeitete bei ihrem Versuch eng mit dem deutschen Chaos Computer Club (CCC) zusammen. Der CCC fordert seitdem ein vollständiges Verbot von Wahlcomputern für Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen.
Die Software der Wahlcomputer sei einfach auszutauschen und zu manipulieren, das Wahlgeheimnis könne durch die Wahlcomputer verletzt und Manipulationen an Wahlcomputern praktisch nicht nachgewiesen werden, so die Begründung. (nz / Golem.de)