netzeitung.deApples größte Fehler aus 30 Jahren

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Lange Reihe verpasster Chancen: Apple-Chef Steve Jobs bei einer Präsentation (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lange Reihe verpasster Chancen: Apple-Chef Steve Jobs bei einer Präsentation
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

30 Jahre nach der Entwicklung seines ersten Computers steht Apple geschäftlich gut da. Ein Magazin sieht die Geschichte des Unternehmens trotzdem als lange Reihe verpasster Chancen.

30 Jahre ist es her, dass Apple mit dem Apple 1 seinen ersten Personal Computer vorstellte. Zum Jubiläum hat das Online-Magazin «OSNews» dem Unternehmen ein spezielles Geschenk gemacht: Es veröffentlichte eine Liste der größten geschäftlichen Fehlentscheidungen von Apple aus 30 Jahren.

Schon der erste Apple Macintosh in den Achtzigern etwa sei erheblich zu teuer gewesen. Der Grund: Steve Jobs und sein damaliger Mit-Firmenchef John Sculley hätten mit viel mehr verkauften Geräten gerechnet, als dann tatsächlich abgesetzt wurden. Da auch das Marketing den optimistischen Erwartungen angepasst wurde, sei der Preis von 1500 auf 2500 Dollar gestiegen – zu viel, um im damals noch nicht entschiedenen Rennen zwischen PCs und Apple-Rechnern punkten zu können.
Einstieg in Unternehmens-Markt verpasst
Dazu passt für «OSNews» auch, dass das Unternehmen zur gleichen Zeit den Einstieg bei den Unternehmenskunden verpasste. Das «Macintosh Office» scheiterte, weil es auf zwei Grundpfeilern errichtet wurde, die ihrerseits nie fertig gestellt wurden: die Netzwerk-Anwendung Fileserver sowie der «Big Mac», ein Macintosh mit mehr Leistung für Unternehmensanwender. Jobs' Nachfolger Jean-Louis Gassee stellte das Projekt 1985 ein.

Überhaupt sei Steve Jobs in seiner ersten Apple-Karriere in den Siebzigern und Achtzigern zwar ein großer Visionär und Motivator gewesen - allerdings auch ein ausnehmend schlechter Manager. Durch den hohen Druck seien viele Entwickler schon nach kurzer Zeit ausgebrannt wieder ausgeschieden. Jobs eigener Ausstieg 1985 sei zu spät gekommen, bemängelt das Online-Magazin.

Steve Jobs zu unersetzlich
Einen anderen Manager hätte Apple dagegen niemals gehen lassen dürfen, heißt es weiter: John Sculley initiierte erfolgreiche Produkte wie etwa die Powerbook- Notebook-Reihe, konnte jedoch den Vorstand nicht davon überzeugen, dass Apple Anfang der Neunziger Partner brauchte, um der Windows-PC-Allianz entgegenzutreten. Microsofts Angriff auf Apple mit Windows 95 habe daher ein bereits geschwächtes Unternehmen getroffen.

Die Chance, das eigene Betriebssystem rechtzeitig auch anderen Herstellern zur Verfügung zu stellen, um so den Marktanteil von Apple-basierten Rechnern zu steigern, habe das Unternehmen verpasst. Und selbst an dem dann folgenden Wiedereinstieg von Steve Jobs äußern die Apple-Experten des Magazins Kritik: Zwar habe der das Unternehmen mit Produkten wie dem iPod oder Mac OS X wieder auf die Erfolgsspur gebracht – doch sei er damit heute unersetzlich. Bei der Suche nach einem Nachfolger werde es Probleme geben. (nz)