Eine Million neue de-Domains pro Jahr
Mehr als zehn Millionen Internet-Domains mit der Deutschland-Adresse «de» und 700.000 in Deutschland gemeldete Inhaber der neuen «eu»-Adressen - das Interesse an der eigenen Web-Präsenz ist ungebrochen. «Wir haben weiter ein stabiles Wachstum», sagt Klaus Herzig von der deutschen Domain-Verwaltungsstelle Denic in Frankfurt am Main. Er erwartet, dass pro Jahr rund eine Million de-Domains neu angemeldet werden.
Gut 60 Prozent dieses Marktes teilen sich zwei große Anbieter, die zur United-Internet-Gruppe gehörende Firma 1&1 und das zu Freenet gehörende Unternehmen Strato. Mit einigem Abstand dahinter folgen Unternehmen wie Server4You, HostEurope und 1blu. Das Geschäft ist offenbar attraktiv genug, um neue Anbieter auf den Plan zu rufen: Gerade eben erst gestartet ist Goneo, das die de-Domain ohne zusätzlichen Web-Space für 17 Cents im Monat anbietet. Mit zwei Domains und 500 MB Speicherplatz ist man bei Goneo mit 1,25 Euro im Monat dabei.
Schon vor zehn Jahren gegründet wurde der Web-Hoster Schlund, der zu 1&1 gehört. Dieser nahm das Jubiläum jetzt zum Anlass, seine Hosting-Angebote für null Euro anzubieten. Erst nach einem Jahr werden Gebühren von mindestens 4,99 Euro im Monat fällig, der Kunde legt sich vertraglich für wenigstens zwei Jahre fest.
«Wir werden mit einem Feature-Feuerwerk antworten», sagt Strato-Vorstandsmitglied Markus Schrodt. Zum 1. November werde die Leistungsfähigkeit der eigenen Produkte deutlich aufgewertet. Dazu gehören neue Profi-Tools wie DynDNS, womit man den eigenen PC mit einer Internet-Domain versehen und etwa als Webcam- oder FTP-Server betreiben kann. «Der Wettbewerb ist nach wie vor sehr vielseitig», sagt Schrodt. Er schätzt, dass mehr als die Hälfte der Web-Auftritte überwiegend privaten Charakter haben. Für die Geschäftskunden gibt es dedizierte oder virtuelle Server, die individuell konfiguriert werden können.
Mit neuen Leistungsmerkmalen will der vor knapp einem Jahr gestartete Web-Hoster 1blu seinen Marktanteil vergrößern. «Wir versuchen, den Markt anzutreiben, indem wir Innovationen bringen», sagt 1blu-Vorstand Johann Dasch, der sein Unternehmen in zwei bis vier Jahren zur Nummer drei auf dem Markt machen will. Jetzt wirbt der Anbieter mit garantierten Bandbreiten von 10, 15 oder 20 Megabit pro Sekunde. Der technische Fortschritt bei DSL-Zugängen mit Bandbreiten von 6 bis 24 Megabit/sec dürfe auf der Web-Hosting-Seite nicht ausgebremst werden, erklärt Dasch. Um die Web-Auftritte der Kunden mit hoher Bandbreite ans Netz anzuschließen, soll die Zahl der auf einen Server gepackten Domains auf etwa 100 begrenzt werden: «Wir müssen einfach mehr Hardware hinstellen.»
Sowohl bei den Preisen als auch bei den dafür gebotenen Leistungen kommt der Web-Hosting-Markt also im Sinne der Verbraucher weiter in Bewegung. Auch bei der Installation von Open-Source-Lösungen für das Content-Management (CMS) müssen anspruchsvolle Web-Seiten-Gestalter künftig hoffentlich nicht mehr so lange an Script-Codes herumbasteln wie bisher. Bei einigen Web-Hostern können populäre Pakete wie Joomla oder Typo3 jetzt mit wenigen Mausklicks installiert werden. Am häufigsten sei 1blu in den ersten Monaten gefragt worden, ob auch Joomla funktioniere, sagt Dasch und fügt hinzu: «Da haben wir alle ein bisschen geschlafen.» (AP)

