netzeitung.deYahoo an Facebook-Übernahme interessiert

 Herausgeber: netzeitung.de

Fast wie zu Zeiten der New Economy werden für Internet-Unternehmen wieder hohe Preise gezahlt. Die Community-Site Facebook könnte bis zu eine Milliarde Dollar erzielen.

Die Community-Website Facebook, auf der Internet- Nutzer eigene Seiten einrichten und sich mit Freunden austauschen können, könnte für bis zu einer Milliarde Dollar an den Portal-Betreiber Yahoo verkauft werden. Es gebe ernsthafte Gespräche, berichtete das «Wall Street Journal» am Donnerstag unter Berufung auf unterrichtete Personen.

Facebook soll bereits auch mit Microsoft und dem Medienkonzern Viacom verhandelt haben. Damals soll dem Vernehmen nach sogar ein Preis von zwei Milliarden Dollar im Gespräch gewesen sein, den Microsoft aber nicht zu zahlen bereit gewesen sei.

Community-Websites sind ein starker Trend im Internet. Der Medieninvestor Rupert Murdoch hatte im vergangenen Jahr den Facebook- Konkurrenten Myspace.com für 650 Millionen Dollar gekauft - ein Preis, der von Beobachtern als sehr hoch eingeschätzt wurde.

Werbeplatz gesucht
Doch inzwischen ist die Popularität von Myspace.com mit mehr als 100 Millionen registrierten Nutzern weiter gewachsen und Murdochs Medienkonzern News Corp nutzt die Website unter anderem als Werbeplattform seiner TV-Sender und des Filmstudios 20th Century Fox. Facebook ist deutlich kleiner mit nur neun Millionen Nutzern. Das Unternehmen wird vom 22-jährigen Gründer Mark Zuckerberg, einem Harvard-Studienabbrecher, geführt.

Wie wichtig das Internet mittlerweile genommen wird, zeigt auch, dass der Myspace-Zuschlag für Murdoch dazu führte, dass Viacom-Chef Tom Freston das Unternehmen verlassen musste. Gerade die wichtigsten Viacom-Kanäle, der Musiksender MTV und der Kinderkanal Nickelodeon, geraten durch die wachsende Internetkonkurrenz zunehmend unter Druck. Die Zugriffszahlen der Internet-Angebote von Viacom liegen deutlich unter denen großer Konkurrenten. (nz)