20.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Linux-Maskottchen Tux
Foto: tux.org
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In dieser Woche beginnt die Stadt München mit der Umstellung ihrer Rechner auf das freie Betriebssystem Linux. Der Wechsel war von vielen Schwierigkeiten begleitet gewesen.
München macht Ernst mit der Umstellung seiner Stadtverwaltung auf Linux: Nach Abschluss der Testphase löst das freie Betriebssystem ab dieser Woche stufenweise die Windows-Arbeitsplätze ab.
Eingesetzt worden ist Linux bisher schon von einigen Test-Anwendern, zu denen auch Oberbürgermeister Christian Ude gehörte. Zunächst sollen nun bis Jahresende Kernbereiche erschlossen werden, die Umstellung weiterer Bereiche der Verwaltung erfolgt anschließend.
München ist damit die erste deutsche Großstadt, die ihre Rechner mit der freien Software betreibt. Der Beginn des Regelbetriebs markiert das vorläufige Ende eines langen Diskussions- und Entscheidungsprozesses. Vor allem Microsoft hatte viel Mühe darauf verwandt, die Stadt von ihrem Vorhaben abzubringen und so einen Präzedenzfall zu verhindern. Unter anderem war Firmenchef Steve Ballmer persönlich in der Stadt gewesen und hatte versucht, die Entscheidungsträger umzustimmen.
VerzögerungenFür Verzögerungen hatte auch die Tatsache gesorgt, dass noch mitten im laufenden Prozess geklärt werden musste, ob der von München ins Auge gefasst Linux-Client Software-Patente verletzte. Linux ist so genannte Open-Source-Software, die von tausenden Programmierern weltweit stetig weiter entwickelt wird und als ausgesprochen stabil und wartungsarm gilt.
Oberbürgermeister Christian Ude zog jetzt jedoch ein positives Fazit der Pilotphase, die sich nach seiner Ansicht bewährt hat. Das System «ist für München ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern und freie Software zeigt sich hier als ein probates Mittel dafür. Für den normalen Anwender ändert sich dabei wenig.» (nz/ Golem.de)