netzeitung.dePodcaster in Sorge wegen Urheberrechtsregeln

 Herausgeber: netzeitung.de

In Genf verhandeln Regierungsvertreter über das Urheberrecht von Audio- und Videoinhalten. Der Vertrag könnte das Aus fürs Podcasting bedeuten.

Die Podcasting-Szene reagiert nervös auf Pläne für ein internationales Abkommen, das Rundfunkunternehmen und Webcastern noch umfassendere Urheberrechte sichern würde als bisher. Das berichtet der österreichische Sender ORF in seinem Online-Auftritt.

Seit Anfang der Woche verhandeln Vertreter internationaler Regierungen in Genf über ein Abkommen im Rahmen der «World International Prperty Organisation» (WIPO), das Rundfunkunternehmen vor so genannter Signalpiraterie schützen solle. Bis Freitag soll der Vertrag in eine endgültige Form gebracht werden.

Rechte für 50 Jahre
Im Rahmen des «Treaty on the Protection of Broadcasting Organisations» würden Rundfunkanbieter auch Rechte an den Sendungen bekommen, die bislang nicht unter das Urheberrecht fallen. So würde der Vertrag den Sendern für 50 Jahre Rechte an Inhalten sichern, die von ihnen ausgestrahlt wurden, selbst wenn sie den Sendern nicht gehören.

Eine mögliche Ausdehnung des Abkommens auf das Internet hätte für Podcaster unerfreuliche Folgen. Denn so könnte jeder, der eine Kombination aus Bild und Ton über seinen Webserver verbreite bei ihrer Widerverwertung mitreden, kritisierte die Internet-Bürgerrechtsbewegung «Electronic Frontier Foundation» (EFF).

Das Verwenden fremder Audio- oder Video-Inhalte würde so praktisch unmöglich gemacht.
Die EFF wandte sich in einem offenen Brief an die WIPO, um auf die Gefahren des Abkommens hinzuweisen. (nz)