netzeitung.deNano-Bausteine aus dem Drucker

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Druckt auch Nano-Strukturen: Handelsüblicher Computerdrucker (Foto: Epson<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Druckt auch Nano-Strukturen: Handelsüblicher Computerdrucker
Foto: Epson
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Nano-Technologie gilt als einer der großen Hoffnungsträger in Wissenschaft und Technik. Forschern ist es jetzt gelungen, die winzigen Bausteine mit einem Tintenstrahldrucker zu erzeugen.

Forscher der US-Universität «Rensselaer Polytechnic Institute» haben eine einfache Technik entwickelt, um Kohlenstoff-Nanoröhren auf Papier und Plastikoberflächen aufzutragen. Sie nutzen dazu einen herkömmlichen Tintenstrahldrucker, dessen Patronen mit einer Nanoröhrenlösung gefüllt werden. Das gedruckte Ergebnis ist in der Lage, zum Beispiel elektrische Ladungen zu speichern.

Seit 1991 sind Kohlenstoff-Nanoröhren ein Thema, das Forschung und Wissenschaft elektrisiert. Die Form von molekularem Kohlenstoff verfügt über vielversprechende Eigenschaften, die gerade bei Computerchips gefragt sind. Sie verkraften unter anderem höhere Ladungsdichten als die heute in Transistoren verwendeten Leiter. Zudem sind ihre Strukturen deutlich kleinteiliger. Jede Nanoröhre besteht aus einem oder mehreren nur wenige Mikrometer großen nahtlosen konzentrischen Zylindern aus Graphit.

Handy-Akku in Kleidung integriert
Die Röhren können bei einem Bruchteil des Gewichts rund 100-mal fester sein als Stahl, ihre Halbleitereigenschaften machen sie geeignet für den Bau von Transistoren, die kleiner und schneller sind als heutige Halbleiterbausteine auf Basis von Silizium.

Anwendungsgebiete für ihren Ansatz sehen die Forscher zum Beispiel bei flexibler Elektronik für Displays, Antennen und Akkus, die in Papier oder Kleidung integriert werden können. Textilien könnten so als Notebook-Akku dienen oder die gesamte Elektronik eines Handys aufnehmen. Auch eine elektronische Zeitung auf Papier, deren Schrift sich verändert, sei denkbar, so Vajtai.

Zudem ließe sich die Technik für chemische Sensoren einsetzen, denn einige der gedruckten Muster reagierten ganz besonders auf einzelne chemische Stoffe. (nz/ Golem.de)