21. Aug 2006 14:11
Schweizer Wissenschaftler wollen mehr Farben für digitale Bildschirme schaffen. Dafür müssen Pixel durch Linsen ersetzt werden.
Die Forscher der ETH Zürich arbeiten an einem Verfahren, mit dem sich Kunststoffverbindungen unter elektrischer Spannung wie ein Muskel verhalten. Durch so genannte Refraktionslinsen sollen zukünftige Displays eine weitaus höhere Farbtiefe erreichen.Die Wissenschaftler haben aus einem neuartigen Kunststoff feine Linsen konstruiert, die an die Stelle von LCD-Pixeln treten sollen. Die Linsen werden von hinten beleuchtet und durch Anlegen einer elektrischen Spannung gekrümmt. Da die Mikro-Optiken wie ein Kaleidoskop das Farbspektrum des Lichts aufspalten, können sie sehr viele Farben hervorbringen. Über einen Spalt an der Oberseite des optischen Elements wird, je nach Krümmung der Linse, nur eine bestimmte Wellenlänge durchgelassen.
Ihre Entdeckung bezeichnen Manuel Aschwanden und Andreas Stemmer von der ETH Zürich als «künstlichen Muskel», da das Polymer sich wie ein biologischer Muskel verhält, der ebenfalls spannungsgesteuert arbeitet. Die Spannung stellte sich auch als das Kernproblem heraus, denn anfangs waren noch etwa 1000 Volt nötig, um das Polymer zu verformen. Inzwischen klappt das Verfahren auch schon mit 300 Volt, was die Forscher für kommerzielle Anwendungen für geeignet halten. Wann derartige Displays jedoch serienreif sein könnten, konnten die Wissenschaftler noch nicht sagen. (Golem.de)