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Anonym im Netz unter schwedischer Piratenflagge

15. Aug 2006 16:29
Website der schwedischen Piratenpartei
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Die schwedische Piratenpartei hat ein so genanntes Darknet geschaffen. Wer nicht erkannt werden will, kann anonym schalten und walten.

Die schwedische Partei Piratpartiet, die sich für Bürgerrechte und Informationsfreiheit einsetzt, hat einen kommerziellen Anonymisier-Dienst gestartet. Dieser wendet sich nicht nur an Nutzer von Filesharing-Software, sondern an alle, die aus den verschiedensten Gründen im Verborgenen bleiben wollen.

Und so funktioniert der Dienst: Zwischen «Relakks» genannten anonymem Netz und dem Nutzer wird eine stark verschlüsselte Internet-Verbindung aufgebaut - sämtliche Internet-Anwendungen – zum Beispiel Tauschbörsen – können darüber ihre Daten verschicken.

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Auch wenn Relakks von der Piratpartiet als Darknet beschrieben wird, ist es eher ein Anonymisierer, denn die Nutzer tummeln sich nicht in einem für Fremde geschlossenen Netzwerk wie etwa beim Free Network Project «Freenet». Stattdessen werden die verschlüsselten Datenpakete weiter ins Internet geschleust und nur die Zuordnung erschwert.

Anstatt mit seiner vom Internet-Provider zugeordneten IP-Adresse sind die Relakks-Kunden mit einer alle 12 Stunden neu zugewiesenen schwedischen IP-Adresse unterwegs. Bisher können nur dynamische IP-Adressen vergeben werden, statische sollen später ebenfalls möglich sein.

Die Zuordnung der neutralen Relakks-IP-Adresse zu einer privaten IP-Adresse ist nach Angaben der schwedischen Piratenpartei nicht möglich. Insofern können etwa Beobachter die Datenpakete nur Relakks zuordnen, nicht aber dem Kunden. Selbiger ist über die verschlüsselte Verbindung an Relakks angebunden. So werden die Datenpakete beliebiger Anwendungen einfach durch Darknet geschleust und damit ihre genaue Herkunft verschleiert.

Legitime Gründe für Anonymität

«Es gibt viele legitime Gründe, komplett anonym im Internet bleiben zu wollen», so Rickard Falkvinge, der Vorsitzende der Anfang 2006 gegründeten schwedischen Piratenpartei, die mittlerweile viele Nachahmer gefunden hat. Falkvinge weiter: «Das Recht Information im Privaten auszutauschen ist essentiell für eine demokratische Gesellschaft. Ohne einen sicheren Weg, anonym auf das Internet zuzugreifen ist dieses Recht null und nichtig.»

Die Piratpartiet sieht eine Gesellschaft der freien, privaten Kommunikation durch «nicht ausgeglichene» Urheberrechtsgesetze gefährdet, deren Erzwingung zwangsläufig die Überwachung der Bürger mit sich bringe. Mit einem Teil des Relakks-Erlöses - der Dienst kostet seine Nutzer fünf Euro pro Monat - soll deshalb Lobby-Arbeit betrieben werden, mit dem Ziel freundlichere Gesetze zu schaffen, die das Recht auf Privatsphäre wahren. Die aktuelle «Routine-Überwachung» soll derweil mit Relakks unterlaufen werden. Sicher vor polizeilichem Zugriff wird auch Relakks nicht bleiben, nur ob die Strafverfolger fündig werden ist zu bezweifeln, da keine Aufzeichnung des Datenverkehrs stattfinden soll. (nz/ Golem.de)

 
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