Anonym im Netz unter schwedischer Piratenflagge
15.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Und so funktioniert der Dienst: Zwischen «Relakks» genannten anonymem Netz und dem Nutzer wird eine stark verschlüsselte Internet-Verbindung aufgebaut - sämtliche Internet-Anwendungen zum Beispiel Tauschbörsen können darüber ihre Daten verschicken.
Anstatt mit seiner vom Internet-Provider zugeordneten IP-Adresse sind die Relakks-Kunden mit einer alle 12 Stunden neu zugewiesenen schwedischen IP-Adresse unterwegs. Bisher können nur dynamische IP-Adressen vergeben werden, statische sollen später ebenfalls möglich sein.
Die Zuordnung der neutralen Relakks-IP-Adresse zu einer privaten IP-Adresse ist nach Angaben der schwedischen Piratenpartei nicht möglich. Insofern können etwa Beobachter die Datenpakete nur Relakks zuordnen, nicht aber dem Kunden. Selbiger ist über die verschlüsselte Verbindung an Relakks angebunden. So werden die Datenpakete beliebiger Anwendungen einfach durch Darknet geschleust und damit ihre genaue Herkunft verschleiert.
Die Piratpartiet sieht eine Gesellschaft der freien, privaten Kommunikation durch «nicht ausgeglichene» Urheberrechtsgesetze gefährdet, deren Erzwingung zwangsläufig die Überwachung der Bürger mit sich bringe. Mit einem Teil des Relakks-Erlöses - der Dienst kostet seine Nutzer fünf Euro pro Monat - soll deshalb Lobby-Arbeit betrieben werden, mit dem Ziel freundlichere Gesetze zu schaffen, die das Recht auf Privatsphäre wahren. Die aktuelle «Routine-Überwachung» soll derweil mit Relakks unterlaufen werden. Sicher vor polizeilichem Zugriff wird auch Relakks nicht bleiben, nur ob die Strafverfolger fündig werden ist zu bezweifeln, da keine Aufzeichnung des Datenverkehrs stattfinden soll. (nz/ Golem.de)

