netzeitung.deIrans Präsident lästert im Netz

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Präsidentenblog: www.ahmadinejad.ir (Foto: ahmadinejad.ir<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Präsidentenblog: www.ahmadinejad.ir
Foto: ahmadinejad.ir
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat ein Weblog gestartet. Darin erzählt er von seiner Kindheit - und lästert über Amerika.

Mahmud Ahmadinedschad berichtet der Welt von seiner Kindheit - zumindest der online erreichbaren Welt. In seinem neu gestartetem Weblog erzählt der iranische Präsident laut US-Medien von den armen Verhältnissen, aus denen er stamme und fragt seine Leser, ob die USA und Israel wohl einen neuen Weltkrieg planen.

Das neue Weblog des Präsidenten wurde im iranischen Fernsehen angekündigt und die Zuschauer aufgerufen, dem Autor Fragen zu stellen.

Auch auf der Website gibt es die Aufforderung an die Leser, sich mit Fragen an den Präsidenten zu wenden. Dies wird von Beobachtern als besonders bizarr gewertet, da unter der Zensur im Iran das Internet und Weblogs zu den Medien der Dissidenten geworden sind.

Neben der Wiederholung seines Versprechens für ein besseres Leben der Armen sucht der Präsident in seinem Blog Zustimmung für seine anti-westliche Haltung.

«Glaubst du, dass die USA und die Israelis mit ihrem Angriff auf den Libanon einen weiteren Weltkrieg anzetteln wollen?» fragt Ahmadinedschad die Besucher seiner Website ahmadinejad.ir. Die können dann mit Ja oder Nein antworten. Da die Site auf Persisch, Arabisch, Englisch und Französisch zu lesen ist, spekuliert der Präsident mit dem Blog offenbar auf Unterstützung aus dem Ausland.
Versprechen, sich kürzer zu fassen
Selbst in der Grundschule habe er sich schon über die Amerikaner geärgert, soll der Präsident gebloggt haben. Damals sei er als Sohn einer armen Familie auf dem Dorf aufgewachsen, als es der Stadtbevölkerung sehr viel besser ging als der Landbevölkerung. Er habe in der Zeitung gelesen, wie der damalige Schah die Amerikaner im Iran bevorzugt behandelt habe und sei ein glühender Anhänger des Ayatollah Khomeini gewesen, der den Schah kritisierte und 1979 nach der Revolution als Führer des Landes ablöste. Auch der Krieg zwischen Iran und Irak wird thematisiert, was den Blog-Eintrag, wie der Präsident selbst zugibt, etwas lang werden ließ. Beim nächsten Mal wolle er sich kürzer fassen.

Ahmadinedschad ist im vergangenen Jahr überraschend zum Präsidenten des Iran gewählt worden, nachdem er den Armen des Landes einen größeren Anteil an dem durch Öl gewonnenen Reichtum des Landes in Aussicht stellte und dabei immer wieder auf seine eigene arme Herkunft verwies. Als Sohn eines einfachen Schmieds habe er sich aber durch Glanzleistungen in der Schule hervor getan und habe so zur Universität gehen können, heißt es in dem Blog-Eintrag.(nz)