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Wiki-Anhänger in China beklagen Selbstzensur

12. Aug 2006 15:28
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Zu Nachschlagewerken im Internet haben User in China so gut wie keinen Zugang. Die wenigen Seiten, die noch nicht gesperrt sind, verzichten auf politisch brisante Themen.

Über die Zukunft von Internet-Informationssystemen wie Wikipedia haben deren Anhänger auf ihrer ersten Konferenz in China diskutiert.

Mehr in der Netzeitung:
Rund 80 Internet-User trafen sich am Samstag in der Stadtbibliothek von Schanghai. Das Internetmedium habe in den vergangenen Jahren an Zuspruch verloren, stellte der Organisator der Konferenz, Ye Qunfeng, fest.

Die chinesischen Wiki-Anhänger bewegen sich auf unsicherem Boden. Auf der einen Seite unterstützen oder betreiben sie die demokratisch organisierten Internetprojekte. Auf der anderen Seite unterliegen sie dem politischen Druck.

So ist der Zugang zu den chinesischen und internationalen Seiten der Online-Enzyklopädie Wikipedia wegen ihrer politischen Inhalte in China seit mehr als einem Dreivierteljahr durchgängig gesperrt.

Chinesische e-Wiki-Seite geschlossen

Diese Woche meldete die Menschenrechts-Organisation «Reporter ohne Grenzen» die mehr oder weniger freiwillige Schließung der chinesischen Seite «e-Wiki», deren Inhalte den Behörden nicht gepasst hatten.

Mehr in der Netzeitung:
«Die Seite hatte in China ohnehin nur wenig Einfluss», kommentierte Ye Qunfeng etwas hilflos. Weiterhin zugängliche Wikis verzichten in der Regel auf Einträge über politisch heikle Themen wie die Taiwanfrage oder die Kultbewegung Falun Gong.

«Das interessiert die jungen Leute in China nicht», begründete Ye. Tatsächlich steckt wohl eher die Angst vor der Staatsmacht dahinter: «Das ist zu einem gewissen Grad Selbstzensur», sagte ein Teilnehmer am Rande der Konferenz der dpa. Dort wurden solch heikle Themen ansonsten ausgeklammert.

«Wiki-Vorbild unerreichbar»

«Zu sensibel», kommentierte der junge Mann, der anonym bleiben wollte. Er glaube fest daran, dass das größte Internetnachschlagewerk Wikipedia in China irgendwann wieder erreichbar sein wird: «Es ist ein so großer Verlust für die chinesische Internetgemeinde», sagte er. Bislang komme kein chinesisches Wiki an das Vorbild heran. (dpa)

 
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