netzeitung.deStoiber-Verwandter produziert Merkel-Video

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Mehr Pep für die Kanzlerin: Der Merkel-Podcast wird bald von einer anderen Agentur produziert (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mehr Pep für die Kanzlerin: Der Merkel-Podcast wird bald von einer anderen Agentur produziert
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Schwiegersohn des bayerischen Ministerpräsidenten ist Vorstand in der Firma, die den Podcast von Angela Merkel produzieren soll. Verwandtschaft habe aber keine Rolle gespielt, so der Stoiber-Angehörige.

Die Produktion des neu gestalteten Merkel-Podcasts wird von einer Firma erledigt, in deren Vorstand der Schwiegersohn des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sitzt. Das berichtet die «Augsburger Allgemeine».

Jürgen Hausmann, Informatiker und Ehemann der ältesten Stoiber-Tochter Constanze, ist Vorstand der Münchner Internetagentur Evisco AG, die die Ausschreibung des Bundespresseamtes gegen 17 Mitbewerber gewonnen hatte. Der Zeitung sagte Hausmann: «Ich habe schon erwartet, dass nun Fragen nach meinen familiären Bindungen kommen. Beziehungen spielten aber bei der Vergabe keine Rolle. Wir haben den Auftrag durch Leistung und einen guten Preis gewonnen.»

Merkel-Biograph ausgebootet
Das Bundespresseamt hat nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland» die Bewerber nach einem Punkteverfahren ausgewählt, bei dem Preis und Qualität die entscheidenden Kriterien gewesen seien. Die Entscheidung für Evisco sei in einem siebenköpfigen Gremium aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen gefallen. Die Ausschreibung und die entsprechende EU-Richtlinien seien streng eingehalten worden.

Der Auftrag für die Podcasts, die jeweils samstags aus dem Internet abgerufen werden können, wurde bis Ende des Jahres vergeben. Die ersten Podcasts der Kanzlerin waren noch von der Firma RCC des Journalisten und Merkel-Biografen Wolfgang Stock produziert worden. Stocks Angebot war jedoch teurer als das von Evisco. Die Münchner Firma erhält für die Abwicklung des gesamten Auftrags nach Angaben aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen rund 40.000 Euro.

Evisco-Vorstand Götz Schulz-Temmel kündigte außerdem an, Merkels Videos sollten nun hochwertiger produziert werden und leichter zugänglich sein. Es werde auch darüber nachgedacht, wie die Spots in Zukunft dargestellt werden könnten. Merkel selbst hatte zu Beginn ihrer Internetauftritte in einem Interview mit der Bloggerin Katharina Borchert festgestellt: «Dann ist mir auch aufgefallen, dass es vielleicht für die, die da gucken, noch ein bisschen steif ist, wenn ich da immer so vom Teleprompter ablese.» (nz)