10.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nicht übertreiben - oder nicht erwischen lassen: Colleges reagieren empfindlich auf wilde Studenten-Partys
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zu Beginn ihres Studiums müssen sich die Studierenden an US-Colleges traditionell mahnende Worte zu ihrem Lebenswandel anhören. Seit kurzem gehören dazu auch Verhaltensregeln für das Internet.
Von «A» wie «Alkohol» bis «Z» wie «Zahlungsverpflichtungen»: Im Rahmen ihrer Einführungstage halten die Colleges in den USA ihren Studierenden auch Vorträge zu dem Verhalten, das von ihnen erwartet wird und Gefahren, die ihnen drohen könnten.
In diesem Zusammenhang haben die Ausbildungseinrichtungen jetzt auch das Internet entdeckt und dort vor allem die diversen Social-Networking-Sites wie «myspace.com» oder «facebook.com», auf der auch College-Studenten eigene Netzwerke bilden können.
«Im Zentrum steht die öffentliche Natur dieser Seiten», so Tracy Tyree vom Susquehanna College auf der Website des Nachrichtensenders CNN. «Das scheint die Studenten am meisten zu überraschen. Sie betrachten diese Dinge als Teil ihrer eigenen kleinen Welt, nicht von einer größeren elektronischen Welt.»
Besuch vom Secret ServiceDass das, was geschrieben wird, auch Leser findet, haben in den Vereinigten Staaten schon eine Menge Studierender erfahren müssen: Die Northwestern University suspendierte etwa sein komplettes Damen-Fußball-Team, nachdem kompromittierende Fotos im Internet aufgetaucht waren. Beliebt sind auch Sanktionen wegen Alkoholkonsums, der sich anhand im Netz verfügbarer Party-Fotos nachweisen lässt.
Am Penn State College wurden Studierende bestraft, die während eines Football-Spiels aufs Feld gestürmt waren, eine im Scherz gepostete Ankündigung, ein Attentat auf George W. Bush zu verüben, brachte einem anderen Studenten sogar einen Besuch des Secret Service ein.
Zimmernummer im StudentenwohnheimWährend die meisten Colleges beteuern, nicht gezielt auf die Suche nach im Netz dokumentierten Verfehlungen ihrer Studenten zu gehen, weisen sie aber gleichzeitig darauf hin, sie seien verpflichtet, Hinweisen nachzugehen etwa von rivalisierenden Studenten-Verbindungen, die ihre Widersacher offenbar des Öfteren anschwärzen.
Aber auch die Polizei und nicht zuletzt Headhunter potenzieller Arbeitgeber schauen sich sehr gerne im Netz Hinweise auf den Lebenswandel ihrer Mitarbeiter in Spe an, und auch Online Stalking wird zum Thema etwa dann, wenn Studentinnen im Netz nicht Namen und Adresse preisgeben, sondern gleich auch noch die Zimmernummer im Studentenwohnheim. (nz)