09.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nadel im Heuhaufen: Ein Computer mit sensiblen Daten ist unauffindbar
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In den USA sind erneut Personendaten in Regierungsstellen verloren gegangen. Die Veteranenbehörde musste nun einräumen, dass bereits zum wiederholten Mal Daten für immer verschwunden sind.
Spurlos verschwunden ist ein Computer aus dem Büro des Unternehmens Unisys, das für die US-Veteranenbehörde als Dienstleister Versicherungsangelegenheiten klärt. Die Daten von bis zu 38.000 ehemaligen Angehörigen der US-Streitkräfte seien auf ihm gespeichert, meldet der Nachrichtensender «CNN»: Namen, Adressen, Sozialversicherungsnummern, Geburts-, Versicherungs- und medizinische Daten.
Bedenklich ist das aus zwei Gründen: Zum einen befürchten die Behörden in solchen Fällen, dass die Daten von Terroristen verwendet werden, um gezielte Attacken auf die Ex-Soldaten zu starten. Zudem lassen sich die Datensätze auch dazu verwenden, um mit den Identitäten der Veteranen betrügerisch Waren zu bestellen oder Kredite aufzunehmen.
Spurlos verschwundenWas mit dem Computer passiert ist, scheint völlig rätselhaft: Das Gerät sei aus einem Bürotrakt verschwunden, der nur mit speziellen Schlüsselkarten betreten werden kann, so das Unternehmen. Außerdem gebe es Wachleute, Spuren eines gewaltsamen Eindringens seien nicht entdeckt worden. Der Rechner selbst soll mit einem Passwortschutz versehen sein. Allerdings seien die Personendaten unverschlüsselt auf der Festplatte abgelegt.
Die Veteranenbehörde hat angekündigt, die Betroffenen zusammen mit Unisys darüber zu informieren, dass ihre Daten in falsche Hände gelangt sein könnten. Außerdem soll den Veteranen eine Kredit-Überwachung angeboten werden, um das Risiko von Vermögensschäden zu minimieren.
Verlorene Daten kein EinzelfallIn diesem Jahr hat es in den USA schon mehrere Fälle gegeben, in denen Personendaten abhanden kamen. Laut «CNN» war dabei in mindestens drei Fällen die Veteranenbehörde betroffen im folgenreichsten Fall war einem Mitarbeiter ein Laptop mit externer Festplatte aus dessen Haus gestohlen worden, der die Daten von 26,5 Millionen ehemaligen und noch aktiven Soldaten enthielt. Das Gerät ist allerdings inzwischen aufgetaucht, die Daten sollen nicht kopiert worden sein.
«Die Veteranenbehörde macht Fortschritte bei der Reformierung ihrer Informations- und Computer-Sicherheitsstrukturen», so Jim Nicholson von der Behörde. «Aber dieser Bericht über einen Computer, der aus einem Sicherheitsbereich bei einem Unternehmen verschwunden ist, mit dem wir zusammen arbeiten, unterstreicht die Kompliziertheit der Arbeit, die wir noch vor uns haben.» (nz)