netzeitung.deMicrosoft will vom PC nichts mehr wissen

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Ray Ozzie (Foto: live.com<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ray Ozzie
Foto: live.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Microsoft sieht wieder einmal das Ende der PC-Ära nahen: Bill Gates' Nachfolger Ozzie setzt noch stärker auf das Internet als der Firmengründer.

Der Internetdienst Windows Live soll künftig «Dreh- und Angelpunkt» der Strategie des Softwareherstellers Microsoft werde. Das kündigte der neue Leiter der Entwicklungsabteilung, Ray Ozzie, am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Konferenz mit Investoren in Seattle im US-Bundesstaat Washington an, wie die «Financial Times» berichtete. Ozzie sprach vom Ende der PC-Ära. Er hatte Firmengründer Bill Gates erst im vergangenen Monat als Chef-Softwarearchitekt abgelöst.

Es ist bereits das dritte Mal, dass Microsoft das Internet als wichtigen strategischen Schwerpunkt ausruft: In den 90er Jahren hatte der Kampf mit dem konkurrierenden Browser-Anbieter Netscape das Unternehmen gefordert. Später ging das Unternehmen mit seinen «.net» genannten Produkten an den Markt. Firmengründer Gates hatte nach Einschätzung von Experten zunächst den Internet-Boom verschlafen und später massiv Mittel dafür investiert.

So weit wie sein Nachfolger ging er indes nie: Ozzie sprach davon, dass der Konzern in eine «neue Ära» eintrete, in der «das Internet im Mittelpunkt stehe». In der vorangegangenen PC-Ära habe das Unternehmen noch eine «PC-Denkweise» gehabt, die nun beendet werden. Dieser fundamentale Wechsel, werde «die Technologie-Branche auf den Kopf stellen», meinte er.

Zume statt MSN
Unter Windows Live will Microsoft Internet-Dienste wie E-Mail, Suchmaschine und weitere netzbasierte Service-Angebote bündeln. Teile solcher Dienste werden bereits unter dem Namen MSN angeboten. Diese Marke dürfte angesichts der neuen Strategie verschwinden.

Außerdem will Microsoft dem Wettbewerber Apple künftig direkt Konkurrenz machen, wie Konzernvorstand Ozzie bekräftigte: Ein eigener MP3-Player soll unter dem Namen Zume vermarktet werden. Er steht gegen Apples iPod und den dazugehörigen Musik-Download-Dienst. (nz)