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Blogger kreisen um sich selbst

25. Jul 2006 11:00
Fokus auf sich selbst: Amerikanischer Blogger aus Pennsylvania
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Von Bloggern wird häufig behauptet, sie würden den Journalismus neu definieren. Aber zwei Drittel von ihnen sehen sich keinesfalls als Journalisten, ergab eine Studie.

Nur fünf Prozent der Blogger widmet sich hauptsächlich der Behandlungen von Nachrichten und Neuigkeiten - während 37 Prozent vornehmlich über eigene Erfahrungen und das eigene Leben reflektieren. Dieses Ergebnis einer neuen Studie steht Erwartungen entgegen, Weblogs könnten die Tageszeitungen von morgen werden.

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Elf Prozent der in der vom Forschungszentrum Pew Internet und American Life Project initiierten Studie befragten Blog-Betreiber gaben an, regelmäßig politische Themen in ihren Blogs zu behandeln. Sieben Prozent schreiben demnach über Entertainment-Themen, sechs über Sport und noch weniger über Wirtschaft und Technologie.

«Blogs sind so individuell wie die Leute denen sie gehören, aber diese Studie beweist, dass Blogger in erster Linie an ihrer eigenen kreativen Selbstdarstellung interessiert sind», sagte die an der Befragung beteiligte Forscherin Amanda Lenhart. «Blogs erleichtern die Dokumentation von individuellen Erlebnissen, vermitteln persönliches Wissen und sind sehr geeignet, um Kontakt mit Freunden zu halten.»

Laut Studie führen um die acht Prozent der 75 Millionen erwachsenen amerikanischen Internetnutzer ein Blog. 39 Prozent der Befragten nutzen und lesen indes diese Blogs. Mehr als die Hälfte der Blogger ist unter 30 Jahre alt. Die Pew-Forscher haben 233 Blogger im Zeitraum vom Juli 2005 bis Februar 2006 beobachtet und anschließend bis April nochmals rund 7000 am Telefon befragt.

Kaum journalistische Ansprüche

54 Prozent der dabei ermittelten Blogger gaben an, niemals woanders als im eigenen Blog veröffentlicht zu haben. Dreiviertel der Blogger haben auch bereits Fotos oder Video ins Netz gestellt - im Vergleich zu nur 26 Prozent der Internetnutzer insgesamt.

34 Prozent der Blogger sehen ihre Tätigkeit als eine Form des Journalismus - während 65 Prozent von ihnen das nicht so sehen. Nur ein Drittel von ihnen gab an, tatsächlich journalistisch zu arbeiten und Informationen vor Veröffentlichung zu überprüfen und ihre Quellen anzugeben. Dagegen gaben mehr als 40 Prozent an, niemals andere Quellen zu nennen - und nur elf Prozent veröffentlichen Korrekturen. (nz)

 
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